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Markranstädt Unternehmerfrühstück bei Födisch: Strom und Wärme selber herstellen
Region Markranstädt Unternehmerfrühstück bei Födisch: Strom und Wärme selber herstellen
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14:31 19.05.2015
Die Beigeordnete Beate Lehmann mit Teilnehmern des Unternehmerfrühstücks. Quelle: André Kempner

Holger Födisch und sein Team sind nicht nur in Markranstädt gefragte Gesprächspartner. Gerade in China sind Erzeugnisse und Ingenieurleistungen aus Markranstädt derzeit stark gefragt - angesichts des dortigen Smogs kein Wunder. Angst vor Plagiaten seiner Geräte aus China hat Födisch nicht.

Zum Nachmachen empfahl er jedoch hauseigene Energielösungen, wie es sie auch am Födisch-Standort seit einigen Jahren gibt. Wie berichtet, hat der Umweltbetrieb eine Reihe von Photovoltaikanlagen auf seinem Gelände in Betrieb. Demnächst würden zwei weitere so genannte "Tracker" hinzukommen, die ihre Solarflächen nach dem Sonnenstand ausrichten, sozusagen mit der Sonne wandern. Zwei besonders große Exemplare davon befinden sich bereits am Eingang zum Betriebsgelände. Tracker seien um rund 30 Prozent effektiver als normale Solaranlagen, erzählte Födisch.

Nach den Änderungen der Einspeisevergütung lohne sich der Betrieb immer noch für den Eigenbedarf, warb Petra Krüger für die selbst erzeugte Energie. Sie rechnete den Markranstädter Unternehmern die Vorteile der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vor, bei der über Mikrogasturbinen Strom und Wärme für Betriebe erzeugt werden - und die Firmen wegen geltender Gesetze einen KWK-Zuschuss pro Kilowattstunde erhalten sowie einen Teil der angefallenen Mineralölsteuer zurückbekommen.

Sie empfahl vorher jedoch die benötigten Energiearten zu klären und ein Energiekonzept erstellen zu lassen, das eine auf den Betrieb zugeschnittene Lösung anbieten kann. Weil gut 50 Prozent der Energie aus den Turbinen als Wärme anfällt, würden sich die KWK besonders für Firmen eignen, in denen Wärme auch nutzbringend abgenommen werden könnte.

Wie berichtet, betreibt Födisch selber eine Mikrogasturbine zur Strom- und Wärmeerzeugung für seinen Bürostandort. Er hatte wegen überschüssiger Wärme eine Welszucht in einer damals noch ungenutzten Halle an der Bundesstraße vorgehabt. Das warme Wasser zur Aufzucht der Speisefische sei die ideale Verwendung für die Energie, hatte er argumentiert. Das Landratsamt hatte aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Veterinäre hielten das geplante Töten der Fische durch Herunterkühlen für Quälerei. Födisch hat die Pläne zu den Akten gelegt. Dennoch: "Die Mikrogasturbine amortisiert sich in fünf Jahren", rechnete er vor.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2014
Jörg ter Vehn

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