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Markranstädt Urnengarten schafft „Geborgenheit“ in Markranstädt
Region Markranstädt Urnengarten schafft „Geborgenheit“ in Markranstädt
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14:40 07.04.2017
Neue Bestattungsform: „Geborgenheit“ nennt sich der neue Urnenruhegarten, der am Donnerstagmorgen auf dem Friedhof Markranstädt eröffnet wurde. Quelle: André Kempner
Markranstädt

Eine neue Form der Urnenbeisetzung wird jetzt in Markranstädt angeboten. Zur Eröffnung der „Urnenruhegemeinschaftsgrabanlage Geborgenheit“ auf dem Friedhof kamen gleich 50 Gäste.

Auf der Landesgartenschau in Oelsnitz sei die Idee für diese Anlage erstmals präsentiert worden, erzählte Gärtner Tobias Ifland. Er hatte das rund 40 Quadratmeter große, gärtnereibetreute Feld mit 30 Urnenreihengräbern und jeweils einem kleinen Grabmal, mit einer Lebensspirale in der Mitte und mit einer symbolischen Bepflanzung von Rose bis Ahornbaum der Friedhofsverwaltung vorgeschlagen. Mit dem würdevollen Ruhegarten wolle man in der schnelllebigen heutigen Zeit ein Zeichen setzen, dass es wichtig sei, auch an das Gestern zu denken.

Pfarrer Michael Zemmrich ordnete die neue Grabanlage in die Trauer- und Bestattungskultur ein. Trauern müsse nicht jeder allein, Trauerarbeit brauche einen gesellschaftlichen Ort. Der Ruhegarten stehe in dieser Tradition, er sei ein weiteres Angebot für die Bestattung.

Bürgermeister Jens Spiske sprach den Wandel der Bestattungskultur an, die größere Vielfalt dabei heute. Es gebe heute viele verschiedene Lebensentwürfe, die sich letztlich auch bei den Begräbnissen bemerkbar machten. Bei dem neuen Urnengarten werde den Angehörigen die regelmäßige Pflege abgenommen. Viele Familien könnten so von der quälenden Frage befreit werden, wie sie die Grabstellen ihrer Angehörigen zukünftig betreuen wollen.

Gleich neben dem Urnengarten schraubten Zemmrich und Spiske das erste Schild an einen gespendeten Zierapfelbaum. Er soll künftig noch andere Bäume um sich versammeln. Unter dem Motto „lebendige Erinnerung“ werde künftig Angehörigen angeboten, ab einer Spende von 350 Euro einen Baum mit einer Gedenktafel zur Erinnerung an den Verstorbenen zu pflanzen, erklärte Friedhofsverwalter Tobias Merz. Damit auch einen Ort zur Trauer zu schaffen, könne wichtig werden für Angehörige, die einen Verstorbenen etwa mit einer Seebestattung beisetzen ließen, oder in einem anonymen Gräberfeld.

Der kirchlich betriebene Friedhof bietet – wie viele andere Einrichtungen auch - bereits jetzt eine Reihe von unterschiedlichen Beisetzungsformen an. Neben der klassischen Einzelgrabstelle gebe es zum Beispiel auch Partnerurnengräber, erläuterte Merz. Zudem gebe es in Markranstädt Urnenreihengräbergemeinschaften mit geringerem Pflegeaufwand für die Gärtner, was sich auch im Preis widerspiegele, erklärte er.

Von Jörg ter Vehn

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