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Verein schickt Bedürftigen in Syrien Transporter voller Hilfsgüter

Hilfstransport Verein schickt Bedürftigen in Syrien Transporter voller Hilfsgüter

Medizinische Geräte, Kleidung und andere lebenswichtige Dinge hat der Verein „Flüchtlingshilfe für Syrien“ jetzt von Markranstädt aus per Laster auf den Weg in den Nahen Osten gebracht. Die Hilfsgüter sollen den Menschen in Syrien helfen, im Land bleiben zu können.

HIlfe für die Notleidenden in Syrien: Der Transport soll unter anderem helfen, dass die Menschen in Syrien sich gar nicht erst auf die gefährliche Flucht nach Deutschland machen müssen.

Quelle: Kempner

Markranstädt. Rund ein Dutzend Rollstühle, einen Haufen Krücken, Verbandsmaterial, Hosen, Pullover, Jacken – der Verein „Flüchtlingshilfe für Syrien“ hat am Freitag einen Transporter voller Hilfsgüter auf den Weg nach Syrien gebracht. Rund 7000 abenteuerliche Kilometer stehen vor Khalil Mislem und seiner Begleiterin.

„Die Bettwäsche erst mal an die Seite legen“, ruft Mislem den vielen Helfern auf dem Gelände der Firma HVP (Handel und Vertrieb von Paletten) in der Nordstraße zu. Nur wenn noch Platz sei, werde die mitgenommen. Wichtiger seien die Bekleidung, die medizinischen Geräte und das Verbandsmaterial, erklärt er den jungen Leuten, viele davon Studenten aus Leipzig so wie er.

Über soziale Netzwerke hätten sie in den vergangenen Monaten um die Spenden gebeten und die Kartons und Tüten dann jeweils auch abgeholt. Jetzt werden die Spenden nochmal gesichtet, die Bekleidung nach Geschlecht und Alter grob vorsortiert, die Tüten in Arabisch und Englisch beschriftet, „und was nichts mehr ist, tut bitte gleich an die Seite“, erklärt Mislem den Helfern. „Die Tüten nicht zu voll packen. Es kann gut sein, dass wir die ein paar Mal ein- und ausladen müssen.“

Der 25-Jährige, der noch vor dem Krieg in seiner Heimat nach Deutschland kam, hat Erfahrung mit Transporten. Es sei inzwischen wohl sein vierter, erklärt er. 3500 Kilometer hin, 3500 Kilometer zurück - eigens dafür habe ein Freud einen altersschwachen Pakettransporter erworben, der schon allerhand auf dem Buckel hat. „Aber wir haben alles gecheckt, Öl gewechselt, vorn neue Reifen montiert, der schafft das“, ist Mislem zuversichtlich. Thomas Dolecki schraubt derweil ein weiteres Schloss an die Heckklappe: „Damit auch nichts verloren geht“, schmunzelt er.

„Die Leute aus Syrien, die es bis hier geschafft haben, werden nicht verhungern. Der Staat unterstützt sie. Aber in Syrien gibt es viele Menschen, die überhaupt nichts haben“, sagt er. Ihnen müsse geholfen werden, „auch damit sie nicht gezwungen werden, ihr Land zu verlassen und sich auf den gefährlichen Weg nach Europa zu machen“, findet er.

Zumindest sehr anstrengend wird auch sein Weg. „ Am schlimmsten ist die Grenze zwischen Bulgarien und der Türkei“, weiß Mislem. Da werde er oft gezwungen, lange zu warten, oft über Nacht. Nach Syrien gebe es dann gar keine richtige Grenze mehr. Sein Ziel dort will er lieber nicht verraten, die Lage sei insgesamt kompliziert, bittet er um Verständnis. Die Reise werde ein ziemlich gefährliches Stück Weg, „aber einer muss es ja machen“, sagt Mislem.

Mahmoud Maslem, Geschäftsführer der HVP in Markranstädt, hat Mislem und dem Verein „Flüchtlingshilfe für Syrien“ gerne einen Lagerraum auf seinem Gelände zur Verfügung gestellt. „Ich helfe, wenn ich kann“, sagt der Geschäftsmann, der vor knapp zehn Jahren aus Syrien nach Deutschland kam, erfolgreiche Geschäfte mit vielen großen Firmen unter anderem im Logistikbereich macht.

Er findet es schade, dass es mitunter lange dauert, bis Flüchtlinge in Deutschland Arbeit aufnehmen können. Dabei sei die Nachfrage wirklich groß. Das hätten ihm wiederholt auch einige seiner Geschäftskunden versichert.

Er selber habe einen Test gemacht und drei Praktikanten aus Syrien aufgenommen. Alle habe er inzwischen fest eingestellt. „Einer war ein Steinmetz, einer sogar Profi-Koch“, sagt er. Etwas Eingewöhnungszeit sei nötig, aber alle könnten wirklich gut arbeiten, versichert er.

Von Jörg ter Vehn

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