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Markranstädt Viel Aufwand für ein kleines Stück Straße
Region Markranstädt Viel Aufwand für ein kleines Stück Straße
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00:28 13.12.2015
Diskussion: Hinten das gesperrte Straßenstück, das geöffnet werden könnte. Quelle: Jörg ter Vehn
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Markranstädt

Verkehrsprobleme sind sehr komplex. Auch wenn es nur um eine kleine Schranke geht, die in Frankenheim entfallen soll, muss gleich das große Ganze betrachtet werden, erfuhren Markranstädter Stadträte kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin.

Wie berichtet, hatte der Ortschaftsrat von Frankenheim/Lindennaundorf die Aufhebung der Sperrung der Priesteblicher Straße gefordert, damit die Einwohner nicht täglich kilometerweite Umwege in die Stadt fahren müssen. Viele nutzen die eigentlich nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge erlaubte Straße aber ohnehin. Eine Schranke, die dies verhindern soll, ist jeweils binnen Stunden zerstört, der Weg damit wieder frei. Der Ortschaftsrat nahm dies zum Anlass, wegen des offensichtlichen Bedarfs eine Legalisierung der Zustände prüfen zu lassen.

Rund 1,7 Millionen Euro werde eine normgerechte Anbindung kosten, hatte darauf Bauamtschefin Uta Richter ein Büro ermitteln lassen. Als einen Hauptgrund der hohen Kosten nannte die promovierte Fachfrau den parallel zur Straße „An den Windmühlen“ verlaufenden landwirtschaftlichen Weg. Dieser müsse bei einem Ausbau der Kreuzung über zwei aufwändige Nasen so in die Priesteblicher Straße eingebunden werden, dass ein Trecker mit zwei Anhängern einbiegen und von dort aus die Hauptstraße Richtung Großlehna kreuzen könne. Andernfalls werde die Stadt kaum eine Genehmigung für den Ausbau bekommen, erläuterte sie den Räten.

Zudem müsse bei einer neuen Straße der zu erwartende Verkehr analysiert und bei den Planungen berücksichtigt werden, sagte sie. Dies bedeute eventuell auch einen Ausbau der schon vorhandenen Priesteblicher Straße.

Welche Verkehrsströme eine neue Straße erzeuge, sei an der erst vor einigen Jahren erbauten Straße An den Windmühlen zu sehen, so Richter. Die Aufsichtsbehörden hätten erst vor einigen Tagen bei einer Krisensitzung Schkeuditz und Markranstädt aufgefordert, das Verbindungsstück zwischen dem Gewerbegebiet Frankenheim und der B 181 für den vielen Verkehr zu ertüchtigtem. Die Bankette seien durch viele Laster schon ausgefahren, erklärte Richter. Wegen der Gefahren habe die Behörde angedroht, das Stück zur Einbahnstraße zu erklären.

Wie die Erste Beigeordnete Beate Lehmann am Donnerstag sagte, würden Anfang 2016 auf Markranstädter Seite rund 250 Meter Bankette befestigt. Rund 20 000 Euro werde die Straßenunterhaltungsmaßnahme kosten. Schkeuditz habe für seinen Bereich ebenfalls eine Reparatur angekündigt.

Mit Lastwagen-Begegnungsverkehr müsse auch auf der Priesteblicher Straße im Falle eines Kreuzungsausbaus gerechnet werden, warnte Richter. Die Straße müsse daher eine Mindestbreite von sechs Metern erhalten.

Die kleine Straße sei aber auch wichtig für den Schülerverkehr, meinte Lehmann. Gerade in den wärmeren Monaten würden viele Schüler dort oft entlangradeln. Die Stadträte kamen daher überein, das Planungsbüro eine Minimalvariante des Kreuzungsausbaus inklusive eines Rad-Gehweges ermitteln zu lassen, um verwertbare Fakten für eine spätere Entscheidung des Rates zu haben. Wie Lehmann versprach, sollten die betroffenen Bürger auch vorher noch mitreden.

Von Jörg ter Vehn

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