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Markranstädt Völkerschlacht malerisch umgesetzt
Region Markranstädt Völkerschlacht malerisch umgesetzt
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15:31 19.05.2015
Friedensbefürworter mit Hang zu Schlachtszenen: Konstantin Wendt mag die künstlerische Herausforderung, Scharmützel realistisch darzustellen. Quelle: André Kempner

Szenen dieser Schlacht sind derzeit im Markranstädter Rathaus zu sehen. Der Maler Konstantin Wendt eröffnete seine Ausstellung am Dienstagabend.

Er hat einen Hang zu Schlachtbildern seit frühester Kindheit. Wenn Konstantin Wendt aus der Schule kam, griff er zu Stift und Papier und malte Schlachtszenen. Was ihn daran besonders faszinierte, waren die zahlreichen Details. Mittlerweile ist Wendt freischaffender Künstler, die Leinwände sind deutlich größer geworden, doch die Vorliebe für Werke dieser Art blieb. Seine Ausstellung im Bürgerrathaus zeigt das Eintreffen der Truppen in Markranstädt und Markkleeberg ebenso wie das Feld mit den Toten und Verwundeten nach der entscheidenden Schlacht. Dass sich der 37-Jährige der Darstellung solcher Scharmützel widmet, liegt für ihn in der Vielfalt der künstlerischen Stile begründet. "Es ist alles eingeflossen: Landschaften, Porträts, Stillleben", sagt er.

Für ihn bleibt bei jedem Bild die Herausforderung, die Stimmung und die Dynamik zu zeigen, aus dem Werk ein bewegtes Gruppenbild zu machen. Konzentration erfordert auch der Aufbau der Bilder, weshalb Wendt für jedes Werk zunächst eine Skizze anfertigt. Oft arbeitet er nach Foto-Vorlagen, für die Porträts vom preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, vom französischen General Géraud Christophe Michel Duroc und von einem österreichischen Trompeter holte er sich die jeweiligen Darsteller, die die Figuren heutzutage verkörpern, ins Atelier.

Ein Bild fällt im übertragenen Sinne etwas aus dem Rahmen. Zeigen die meisten Werke vorrangig realistische Szenen, stellt Wendt Napoleon und dessen Anhänger mit Totenköpfen dar. "Eines darf man nicht vergessen, es herrschte damals Krieg", betont der Künstler, "und Napoleon war daran ganz wesentlich beteiligt." Mit der Darstellung wolle er ein "Anti-Kriegs-Bild" schaffen.

Die großformatigen Werke sind durchweg Ölgemälde. Doch nicht alle gezeigten sind komplett fertig. Was viele Betrachter wohl eher nicht wahrnehmen, ist für Wendt ein Dorn im Auge. Manches Mal fehlt ein Ohr auf dem Bild, an anderer Stelle sind die Uniformen noch nicht ganz vollständig. Doch gerade die sind für Wendt von besonderem Interesse, "denn die Stoffe und Details malerisch umzusetzen, ist eine große Herausforderung".

Die Ausstellung ist bis zum 18. November im Bürgerrathaus zu den Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen. Danach werden bis Mitte Dezember an gleicher Stelle Schautaufeln gezeigt, die reine Fakten zur Völkerschlacht vermitteln. "Welche Rolle Markranstädt im Jahr 1813 gespielt hat, steht dabei im Mittelpunkt", sagt Stadtsprecherin Heike Helbig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2013
Julia Tonne

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