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Markranstädt Vom Bergbau zur ersten Badewanne
Region Markranstädt Vom Bergbau zur ersten Badewanne
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14:15 19.05.2015
Die schraffierten Fläche zeigen den Braunkohlebergbau. Quelle: Grafik Gensch

Ein Vortrag mit aktuellen Bezügen, wie das Dilemma seit dem Vorjahr mit der "Neuen Seebenischer Seenplatte" belegt.

Er habe sich immer schon für Geschichte interessiert, so der 68-Jährige. Aber so richtig Zeit gefunden habe er erst ab seiner Alterszeilzeit 2009. Drei dicke Ordner voller Unterlagen über die bewegte Industrievergangenheit habe er von seinem Vorgänger Gensch übernommen. Darüber zu berichten sei inzwischen wichtiger denn je. Denn viele gingen zwar im Kulkwitzer See baden, aber immer weniger wüssten etwa über den dortigen Tagebau Bescheid.

Ab 1864 gab es Braunkohleabbau in Kulkwitz. Der erste Schacht sei nahe der alten Mühle Göhrenz gewesen, so Rackwitz. Vor 1900 sei er schon wieder verfüllt worden. Über "Glück-Auf-Schacht", "Königin-Carola-Schacht" und "König-Albert-Schacht" sei die Kohle danach im Pfeilerbruchbau aus der Erde geholt worden. Die Schächte seien 25 bis 30 Meter tief gewesen, die Kohleflöze zwei bis fünf Meter stark. Gezielt sei das Erdreich nach dem Abbau wieder eingestürzt. "Und weil im Raum Gärnitz in drei Scheiben übereinander abgebaut wurde, gibt es dort so tiefe Senken", erzählt Rackwitz. Wie berichtet, entstanden dort die Seen, nach Meinung der Landesdirektion übrigens "natürlich".

Als der Untertage-Abbau wirtschaftlich nichts mehr brachte, begann ab 1938 der Tagebau Kulkwitz, 1956 ergänzt um das zweite Abbaufeld Miltitz. Viele Markranstädter seien als Kind noch auf dem Damm zwischen den Löchern nach Grünau geradelt, so Rackwitz. Erst 1964 war dort Schluss, wurde der "Kulki" Leipzigs erste Badewanne.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2014
Jörg ter Vehn

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