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Markranstädt Vom Kinderwagen bis zur Milchzentrifuge: Werner Heinze löst sein Privatmuseum auf
Region Markranstädt Vom Kinderwagen bis zur Milchzentrifuge: Werner Heinze löst sein Privatmuseum auf
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00:36 21.09.2015
Zu Schade zum Wegwerfen: Werner Heinze sammelt seit Ewigkeiten Gegenstände rund ums Leben und Arbeiten in früheren Tagen. Jetzt will er sein Privatmuseum auflösen. Quelle: Kempner
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Markranstädt

Uralter Kinderwagen, Hufeisen mit Spikes und Gummi gegen glatte Straßen, Milchzentrifuge, früher Druckreiniger, Zündkerzenprüfmaschine, Unterwäsche noch zum Schnüren, Karbidlampe, ein Steppke-Fahrradmotor, mechanische Rechenmaschinen und Hunderte von Millionen Mark aus der Inflationszeit: Bei Werner Heinze in Frankeinheim gibt es nichts, was es nicht gibt. Der frühere KFZ-Meister hat sich auf seinem alten Dreiseithof über viele Jahre liebevoll ein kleines Privatmuseum aufgebaut. Aber jetzt will der 87-Jährige seine Sammlung auflösen.

Begonnen habe alles mit dem Kinderwagen, erzählt der rüstige alte Mann. Der sei zu Schade zum Wegwerfen, fand er. Er restaurierte das Korbgeflecht, erkundigte sich bei Zekiwa in Zeitz nach ähnlichen Modellen, recherchierte das ungefähre Baudatum: „So um 1890“, erzählt er.

In seinem Schauraum steht der stolze Kinderwagen immer gut abgedeckt neben in Folie eingeschlagenen DDR-Manikürgeräten, einer Bottich-Waschmaschine und dem Mantel aus Hamsterfellen: „Früher gab es viele von den Tieren auf den Feldern“, erinnert er sich. Die Kürschner auch in Markranstädt hätten daraus schön warme Mäntel zum Einknöpfen geschneidert, sinniert er.

Grammophon, Milchzentrifuge, Siemens-Handbohrmaschine – „wie es gekommen ist“ liegen Heinzes Schätze aufbewahrt in seinem kleinen Museum. Irgendwann habe sich seine Sammelleidenschaft herumgesprochen, und die Nachbarn hätten auch etwas vorbeigebracht, sagt er. So stehen bei ihm Windelwaschmaschine, Sense, Milchkanne, Kupferkessel und DDR-Tonbandgerät weitgehend unsortiert, aber funktionstüchtig nebeneinander – und Heinze kann zu jedem Stück eine Geschichte „von damals“ erzählen.

Melkmaschine, Stahlschlitten, Luftfilterprüfgerät, Kutschen-Wagenrad – „das muss jetzt alles raus“, sagt er bestimmt. Der Platz werde benötigt, die Enkelin ziehe ein, freut er sich zugleich über die Veränderung auf seinem Hof. Wer Interesse hat, kann sich bei ihm in der Dölziger Straße 16 melden. Der neue Heimatverein aus Markranstädt hat auch schon sein Interesse bekundet, will mal vorbeischauen in Heinzes Privatmuseum.

Von Jörg ter Vehn

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