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Markranstädt Weihnachtsmann hält Hof in Markranstädt
Region Markranstädt Weihnachtsmann hält Hof in Markranstädt
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09:53 05.12.2016
In Plauderlaune: Der Weihnachtsmann empfing die Kinder auf dem Markt. Die drängten zu ihm an den Thron, um vom bärtigen Alten Geschenke zu bekommen. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Eine besonders anspruchsvolle Aufgabe hat der Weihnachtsmann jedes Jahr in Markranstädt. So auch am Sonnabend beim nunmehr zehnten Weihnachtsmarkt, als die Kinder fast Bühne und Thron stürmten.

Er kommt spät. Die Bahn habe Verspätung gehabt, sei auch nur langsam gefahren, erzählt der Bärtige mit dem riesigen roten Mantel ins Mikro. Kinder drängeln um ihn herum auf der Bühne, Eltern heben etliche nach oben zu ihm. „Ohne Gedicht oder Lied müsst ihr gar nicht hier anstehen“, hatte Conferencier Thomas Koch vorher gesagt. Co-Moderator Micha Unverricht half den Kindern auf die Sprünge, stimmte an: „Advent, Advent, ein Lichtlein ...?“

Beide, als MCC-Karnevalisten große feiernde Massen gewöhnt, haben Mühe, die Kinder auf der Bühne im Zaum zu halten. Der bärtige Alte nimmt gelassen auf dem Thron Platz, hat sichtlich Spaß, trotz des Gedränges mit den Kindern zu plaudern. Hinterher erzählten einige, er habe Ähnlichkeit mit MCC-“Goldgählchen“ Bernd Hollwitz gehabt. Seltsam...

Musik, Tanz, Show und ein bärtiger Alter in Geberlaune: Zum zehntem Weihnachtsmarkt in Markranstädt strömten am Sonnabend weit über tausend Besucher, etliche auch von weiter her. Das vielfältige und bunte Programm des Marktes hatte sie angelockt.

„Wir haben genug Süßigkeiten für 300 Kinder eingekauft“, erzählt Rathausfrau Heike Helbig mit Blick auf den Geschenkesack. Im vorigen Jahr sei es da ja etwas eng geworden, weiß sie. Diesmal genügt es. Und Unverricht muss den Plauder-Weihnachtsmann zur Eile drängen, „damit alle Kinder drankommen.“ Und das Programm des Marktes weitergeht.

Das hatte einiges zu bieten. Die Spatzenhaus-Kinder, die Karnevalisten aus Seebenisch, die Waldknuffel-Kinder, die Juniorengarde des MCC – sie sorgten schon vor der Ankunft des Bärtigen für rührende Unterhaltung und prallvolle Handykameraspeicher. Und nach ihm kamen noch der Chor der Oberschule samt Instrumentalisten, die Chorgemeinschaft Scharnhorst mit einem festlich-anspruchsvollem Programm samt Flöten und Dudelsäcken und als Höhepunkt der Leipzig Gospel Choir. Der hatte eigens noch seine wegen des Lufthansa-Streiks ausgefallene Generalprobe – Chorleiterein Marybeth Mueller musste aus Amerika einfliegen – im Rathaus nachgeholt. Zwar war der Markt da schon leerer als noch beim Weihnachtsmann, aber die Kälte vertrieben die Sängerinnen und Sänger auf ihre Art mit schwungvoller Gospelmusik amerikanischer Art.

Drumherum auf dem prallvollen Markt gab es Kräppelchen, lange Schlangen an den Essen- und Getränkestände und hinter der Kirche nahe der Puppenbühne und dem Spielständen für Kinder ein wärmendes Feuer. Jugendclub Chef Martin Kerski und sein kleines Team luden dort ein, Popcorn über der Flamme selbst zu rösten. Ein Stiel, zwei Siebe, zwei Schlauchschellen, Mais und Zucker – das genügte. „Viele haben sich die Konstruktion abgeschaut, wollen sie nachbauen“, schmunzelte er. Auch wenn das Popcorn, bei manchen etwas „gut durch“ geriet.

Im Rathaus gab es Wurst und Schinken, frisches Futter für Leseratten von der Leselilo, verkaufte die Oberschule Plätzchen und Selbstgebasteltes, gab Künstler Roland Steckel unter seiner Regie entstandene Linolschnitte von Jugendlichen gegen eine Spende ab.

Vorm dem Rathaus lud derweil Ingo Schneppel zum Zinnfigurengießen ein. Hund, Soldat, Delphin, Pferd – alle Formen hatte er. Und gerade seine zweite der drei Gießerregeln kam bei den Eltern gut an: „Nur der Meister darf sich verbrennen“, sorgte er für Spaß ohne böse Nachwirkungen. Was nicht jedem Glühweintrinker an dem Abend gelungen sein soll.

Von Jörg ter Vehn

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