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Markranstädt Weißbachzwerge ernten erste Johannisbeeren
Region Markranstädt Weißbachzwerge ernten erste Johannisbeeren
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22:00 31.07.2018
Aus einem verwilderten Grundstück ist ein Kleinod geworden. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, wenn es gilt, den Garten zu bestellen. Quelle: Foto: André Kempner
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Markranstädt

Die Awo-Kita Weißbachzwerge hat einen prächtigen neuen Garten, der am Dienstag feierlich eingeweiht wurde. Etwas mehr als die Hälfte der rund 60 Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintrittsalter waren dabei und schmetterten bei strahlendem Sonnenschein zwischen Teich und Tomaten Lieder, die sie einstudiert hatten.

„Gleich nach der Eröffnung unserer Kita 2016 hatten wir die Idee, das gegenüberliegende Grundstück zu nutzen“, erzählt Leiterin Berit Zeltner. „Wir konnten aus dem Fenster auf das verwilderte Stück Land blicken und haben uns mit Pfarrer Michael Zemmrich zusammengesetzt.“ Der unterstützte das Vorhaben von Beginn an, doch mussten noch etliche bürokratische Hürden genommen werden, bis ein Vertrag zustande kam und dieser Teil des Pfarrlehns an die Kita verpachtet werden konnte.

Seit rund einem Jahr haben Erzieher und Eltern, Kinder und Heidemarie Sperling als ehrenamtliche Helferin viel Engagement und Herzblut in die Verschönerung ihres Gartens gesteckt.

„Der Teich war schon vorhanden, allerdings zugewachsen“, erzählt Zeltner. Mühsam sei er freigelegt worden, vorhandene Pflanzen wurden beschnitten, neue kamen in den Boden. Ganz wichtig: Um das Wasser herum wurde ein grüner Sicherheitszaun errichtet. Aus dem Fleckchen Land ist bereits ein Kleinod geworden, obwohl es noch lange nicht fertig ist. „Ursprünglich wollten wir einen Bagger mieten und alles begradigen lassen, doch bekam unser Optimismus einen Dämpfer, als wir die ersten Kostenvoranschläge gesehen haben“, sagt Sperling. Also habe sie sich ihren Rasenmäher geschnappt und erst einmal eine „Einflugschneise“ in den Wildwuchs geschnitten. Eltern und viele freiwillige Helfer gingen dann mit ihren Spaten zu Werke. „Es ist noch etwas ruckelig, aber im Herbst bekommen wir neuen Mutterboden, dann wird es noch schöner“, ist sich Sperling sicher. Die „Gartenzwerge“ haben sogar schon die ersten Früchte geerntet, Johannisbeeren und Tomaten.

Pfarrer Michael Zemmrich, der wegen der großen Hitze auf große Worte verzichtete, liegt die Kooperation der Kirchgemeinde mit der Kita besonders am Herzen. Nicht nur wegen der Historie. Haben sich doch die „Weißbach-Zwerge“ nach Franz Eduard Weißbach, von 1841 bis 1870 ein bedeutender Pfarrer Markranstädts und Lausens, benannt.

In Zeiten, in denen fast alles aus Regalen gekauft werde, sei das pädagogische Projektziel nicht hoch genug einzuschätzen. Die Kinder sollten lernen, was wann und wo wächst, was man essen und was man wie zubereiten könne. Es gebe immer weniger Selbstversorger. Den Kinder werde die Wertschätzung für das Hegen, Pflegen und die Aufzucht von Pflanzen vermittelt.

Von Gislinde Redepenning

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