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Markranstädt Wie aus Trauer Mut wird
Region Markranstädt Wie aus Trauer Mut wird
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19:20 22.07.2011
Vorfreude: Michaela Garbotz übt mit ihren Töchtern Renate und Monika (von links) für das Benefiz-Square-Dance-Festival in Markranstädt. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Als ihre siebenjährige Tochter während des Urlaubs stürzte, sah es wie ein normaler Kinderunfall aus. Die Folgen des kleinen Zwischenfalls wurden im Krankenhaus behandelt und eine Zufallsdiagnose gestellt, die die alleinerziehende Mutter hart traf: Die kleine Renate hatte Nierenkrebs. An dem Tag als sie das erste mal die Schule hätte besuchen sollen, wurde Renate operiert.

„Ich konnte den ganzen Tag bei meiner jüngsten Tochter bleiben, um die Betreuung der älteren hat sich der Verein zur Förderung krebskranker Kinder gekümmert“, berichtet Garbotz. „Ich verdanke ihm so viel.“ Alleinerziehend mit vier Kindern, selbstständig, dann die Krankheit der Tochter. Das Leben änderte sich komplett. An einen normalen Arbeitstag war nicht zu denken. Es dauerte fünf Monate bis ihr Hartz-IV-Antrag bewilligt wurde. „Ich weiß gar nicht, wie ich die Zeit ohne die Unterstützung des Vereins überstanden hätte“, sagt sich Garbotz. Auch die Fahrten nach Halle ins Krankenhaus, wo der Spezialist für Nierenkrebs bei Kindern praktizierte, hat der Verein der in Leipzig lebenden Familie ermöglicht. Denn Krankenkassen zahlen nur die Wege zu Behandlungen, Elternbesuche werden nicht unterstützt. „Es gibt es eine ganze Menge Lücken im sozialen Netz, die man mit einem krebskranken Kind direkt erwischt“, sagt Garbotz. Dazu gehört auch, dass an Krebs erkrankte Erwachsene jährlich das Anrecht auf eine Kur haben. Kinder in der gleichen Situation nur alle fünf Jahre. 2000 Kinder erkranken jedes Jahr an Krebs, zu wenig für eine große Lobby, wie Garbotz weiß.

Heute geht es Renate wieder gut, auch wenn sie erst 2013 als gesund gilt. Die Mutter arbeitet als Heilpraktikerin und ist mittlerweile Vorstandsmitglied des Vereins. Dieser unterstützt nicht nur die Familien kleiner Kinder. Auch junge Männer bekommen hier Hilfe. Wer an Morbus Hodgkin erkrankt, wird durch die Behandlung steril. Damit diese Männer später einmal Kinder zeugen können, finanziert der Verein zum Beispiel die Mietkosten für eingefrorenes Sperma.

„Ich gehöre nicht zu den Menschen, die einfach nur nehmen können. Aber was ich kann, ist organisieren“, sagt Garbotz. Und sie ist ein großer Fan von Square-Dance. Also hat sie 2009 das Benefiz-Festival ins Leben gerufen.

Die Idee: Musik hören, tanzen und dabei Gutes tun. Ab 14 Uhr ist das morgen auch auf dem Markranstädter Marktplatz möglich. Dann werden Tänzer vom Anfänger bis zum Profi auftreten, 69 Figuren gibt es im Square-Dance. Sie sind standardisiert und können überall auf der Welt getanzt werden. Wann welche Figur ansteht, ruft der so genannte Caller in die Musik hinein. In Markranstädt wird das der in der Szene bekannte Jonny Preston aus Alabama sein. Ab 18 Uhr gibt es für alle Neugierigen die Chance, es selbst zu versuchen. Garbotz wird in Publikumsrunden auch Unerfahrenen Schrittfolgen beibringen. Um 20 Uhr folgt mit dem Auftritt der Band „Bandana – the Sound of Johnny Cash“ der Höhepunkt. Außerdem gibt es viel Spaß für die kleinen und großen Gäste mit einer Hüpfburg, Schauschmieden, Speisen und verschiedenen Verkaufsständen.

Der Eintritt ist zwar frei. Jeder Besucher kann aber einen Event-Button für zehn Euro erwerben. Das Geld ist – natürlich – für den Verein zur Förderung krebskranker Kinder Halle/Saale bestimmt. Auch die Erlöse aus dem Verkauf von Speisen und Getränken fließen dem Vereinszweck zu.

Kerstin Leppich

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