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Windpark bei Großlehna soll wachsen

Windpark bei Großlehna soll wachsen

Zwei neue Windkraftanlagen sollen in Großlehna einen bestehenden Windpark ergänzen. Im Ort regt sich dagegen kein erkennbarer Widerstand. Schließlich liegen die Windräder jenseits der viel befahrenen Autobahn, die den Einwohnern viel mehr Lärm bereitet.

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Sollen noch zwei kleinere Geschwister bekommen: die vier Windräder nahe Großlehna mit der Autobahn im Vordergrund.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. "Ich habe extra die am nächsten zu den Rädern liegenden Hausbesitzer angerufen und mich nach den Auswirkungen erkundigt", erzählte gestern Ortsvorsteher Gerhard Schmit (CDU). Nach Angaben der Mieter gebe es zwar einen Schlagschatten durch einen Windflügel in der Küche, aber es sei nicht so schlimm, gibt er die Auskunft wieder. Insgesamt, so Schmit, sei die Belastung der Anwohner durch die Autobahn viel größer als durch die Windräder. So erwartet er heute Abend beim Ortschaftsrat in Großlehna denn auch keine große Diskussion zu dem Thema.

Vier Windräder liegen bereits auf der Gemarkung von Großlehna. Sie sind angeordnet in einer fast nördlich ausgerichteten Raute, aus Sicht der Gemeinde jenseits der Autobahn. Alle haben einen Rotor von 70 Meter Durchmesser, zwei sind insgesamt 120 Meter hoch und haben eine Nennleistung von je 1,8 Megawatt, zwei sind 149 Meter hoch, erzielen je zwei Megawatt Strom.

Nördlich und südlich der aus Großlehnaer Sicht äußeren Windräder sind nun zwei weitere geplant. Sie sollen jedoch nur einen Rotordurchmesser von 53 Metern haben, eine Gesamthöhe von knapp hundert Meter erreichen und je 0,8 Megawatt erzielen. Der Technische Ausschuss der Stadt, der am Montag ab 18.15 Uhr im Beratungsraum des Bürgerrathauses öffentlich tagt, soll nun darüber beraten und befinden. Denn die Antragsteller, eine Firma aus Bad Dürrenberg, bittet um einen Vorbescheid für Errichtung und Betrieb der Anlagen.

Aus Sicht der Stadtverwaltung steht dem Vorhaben nichts im Wege. Im 2010 beschlossenen Klimaschutzkonzept habe sich Markranstädt zum Standort Großlehna als Potenzialbereich für Windkraft bekannt, heißt es. Und: "Mit dem Vorhaben kann der bestehende und durch den Regionalplan Westsachsen bereits ausgewiesene Windkraftstandort effektiver ausgenutzt werden." Die Stadt regt in ihrer Beschlussempfehlung jedoch an, zur Steigerung der Ausnutzung des Gebiets größere und leistungsfähigere Anlagen vom Typ Enercon zu errichten. Damit könne auch dem Grundsatz des Regionalplans entsprochen werden, dass im Aussehen gleichartige Anlagen errichtet werden sollten, die sich besser in das Landschaftsbild einpassen.

Unerlaubt viel Lärm und Schatten würden die beiden neuen Windräder nicht bringen, meint die Stadt. In den Prognosen seien keine Grenzwertüberschreitungen für Geräusche und Schattenwurf festgestellt. Weitere Aussagen wollte das Rathaus gestern nicht treffen. Es solle nicht der Diskussion im Technischen Ausschuss vorgegriffen werden, so Sprecherin Heike Helbig.

Weiter im Verfahren sind die Pläne für zwei neue Windenergieanlagen in Frankenheim. Auch hier soll ein bestehender Standort weiter ausgebaut werden. Weil schon früh klar war, dass in Frankenheim wegen der nahen Wohnbebauung über den genauen Standort und die Höhe der Anlagen Diskussionsbedarf bestehen könnte, regte hier die Stadt jedoch ein Bebauungsplanverfahren an, bei dem sie und ihre Bürger ein Mitspracherecht haben.

Der Aufstellungsbeschluss dazu wurde gefasst, die frühzeitige Bürgerbeteiligung sei auch erfolgt, so Helbig. Der anstehende Bebauungsplan mit den geplanten Windkraftanlagen stehe jedoch den Festlegungen im aktuell gültigen Regionalplan Westsachsen entgegen. Deshalb ruhe das Verfahren zurzeit.

Bei der Regionalen Planungsstelle Westsachsen erklärte gestern Leiter Andreas Berkner, dass die geplanten Standorte nicht in einem ausgewiesenen Vorranggebiet für Windkraftanlagen lägen. In Frankenheim gebe es kein solches Gebiet, daher stehe das Vorhaben nicht im Einklang mit der Regionalplanung. Sicher werde angesichts der Energiewende der Plan der Windvorranggebiete künftig überarbeitet und wahrscheinlich würden dabei einige neue Flächen hinzukommen, so Berkner. Aber wo, sei heute noch nicht klar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.01.2014
Jörg ter Vehn

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