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Markranstädt „Wir wollen uns einbringen“
Region Markranstädt „Wir wollen uns einbringen“
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17:42 02.08.2010
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Markranstädt

Dort liegt seit Anfang Juni der Bebauungsplanentwurf „Westufer Kulkwitzer See“ (B-Plan-Entwurf) für das zirka 32 Hektar große Areal aus.

Vor allem Anwohner haben bereits die Möglichkeit genutzt und sich durch den dicken Aktenordner gewühlt, um zu erfahren, was geplant ist. „Das Ordnungsamt war einmal da, könnte aber dreimal am Tag kontrollieren“, merken Petra und Heinz Tretbar aus dem Wohngebiet Am See an. Sie bemängeln, dass Straßen in ihrer Gegend am Wochenende häufig, vor allem von Sachsen-Anhaltern, wie sie beobachtet haben, zugeparkt werden. „Wie ist denn der Geh- und Radweg beschaffen?“, interessiert sich das Ehepaar für die Spechtstraße. „Viele Details werden erst bei der Ausführung entschieden“, erläutert ihnen der stellvertretende Fachbereichsleiter für Bau und Stadtentwicklung Siegward Vitz. Das bedauern Petra und Heinz Tretbar, die gern gewusst hätten, wie die Wege befestigt sind. „Viele junge Familien sind gerade wegen des ursprünglichen Charakters in unser Viertel gezogen. Sie schätzen, dass man nicht den Andrang wie am Cospudener See hat“, sagen sie und suchen nach einzelnen Symbolen.

„Wann herrscht denn Baurecht?“, erkundigt sich Petra Tretbar beim stellvertretenden Bauamtsleiter, da sich Bekannte für den Wohnstandort interessieren. „Erst wenn der B-Plan Rechtsgültigkeit erlangt, kann die Erschließung erfolgen. Wann es so weit sein wird, kann zurzeit noch keiner sagen“, erklärt Vitz. Wie seine Kollegen im Fachbereich erhält er in diesen Tagen viele Anfragen und bietet an, offene Sachverhalte schriftlich nachzureichen.

In die Details arbeiten sich Sylvia und Andreas Haupt aus der Ostsiedlung mit Hilfe des Ordners ein, der auch die Gutachten enthält. „Wir wollen als Bürger nicht nur meckern, sondern auch mitgestalten“, sagen sie, haben aber Mühe, sich zurecht zu finden. „Das ist einfach zu viel. Man muss mehrmals herkommen, um sich einen Überblick zu verschaffen“, meint Sylvia Haupt.

Beim Betrachten des B-Plans-Entwurfs stellen sie sich die Frage: „Was heißt V?“ Anders als die verlängerte Fasanenstraße, die Hauptzufahrtsstraße werden soll und zum Kanuverein führen würde, werden die Fortführungen der Spechtstraße und der Verbindung An der Renne als verkehrsberuhigte Bereiche ausgebaut, um die Nutzungsqualität des Wohnumfeldes zu erhöhen, wie es in der Erläuterung heißt. Offen bleibt, wie das baulich umgesetzt wird.

Aus den Unterlagen geht hervor, wie breit die Straßen sind und inwieweit sie Parkflächen und Sicherheitsstreifen enthalten. So erfährt der Leser, dass der Rundweg zur fünf Meter breiten Seepromenade – in unbebautem Gebiet vier Meter – ausgebaut und an das überregionale Rad- und Fußwegenetz angeschlossen werden soll. Während der nördliche Parkplatz für 240 Autos – davon zehn behindertengerechte – ausgelegt ist, sind auf dem neu entstehenden im Süden Stellflächen für zirka 200 Wagen, davon zehn behindertengerechte, vorgesehen. Gäste, die in Bussen anreisen, sollen die Parkplätze im Gewerbegebiet Kulkwitz nutzen. Ein Fünftel der Grundstücksfläche in der neu entstehenden Einfamilienhaus-Siedlung, gegen die sich die Bürgerinitiative „Pro Kulki kontra Bebauungswahn“ vehement ausgesprochen hat (die LVZ berichtete), darf versiegelt sein. Zirka 40 Häuser sind dort aktuell noch vorgesehen. Die Haupts unterstreichen: „Wir wollen uns einbringen und ernstgenommen werden. Das Gefühl hatten wir nicht immer. Wir sind aber nicht gegen alles.“

Sie sind nicht die Einzigen, die sich an der Gestaltung des Gebietes beteiligen wollen. „Zirka 80 Anfragen, Bedenken und Hinweise sind im Markranstädter Rathaus eingegangen“, berichtet Siegward Vitz. „Viele, die vorbeikommen, sind beruhigt, dass so wenig Fläche versiegelt wird und alles öffentlich zugänglich bleibt“, gibt er seinen Eindruck wieder. Der B-Plan-Entwurf liegt noch bis zum 9. August am Markt 11 in Zimmer 204 während der Öffnungszeiten des Rathauses zur Einsicht aus. Schriftliche Einwendungen und Hinweise können bis einschließlich kommenden Montag abgegeben werden. Auf der letzten Stadtratssitzung hatten sich Bürger erkundigt, warum auf dem Flyer zum B-Plan der 6. August genannt worden sei. „Wir haben damit einen Juristen beauftragt, der das noch prüft“, erklärt Markranstädts Bürgermeisterin Carina Radon (CDU). Im Zweifelsfall gilt der öffentlich bekanntgegebene Termin, so Radon.

Kendra Reinhardt

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