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Würdevoller Ehrenamtler-Dank und neue Fragen rund um die „Gutenberg-Frage“

Neujahrsempfang des Bürgermeisters in Markranstädt Würdevoller Ehrenamtler-Dank und neue Fragen rund um die „Gutenberg-Frage“

Acht Ehrenamtler und die „Gutenberg-Frage“ standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs von Bürgermeister Jens Spiske (FWM) am Samstagvormittag im Kommunikations- und Kreativzentrum (KuK).

Dankeschön: Ingrid Pfefferkorn, Burkhard Schmidt, Karin Rödger und die Elternratsmitglieder mit Bürgermeister Jens Spiske beim Neujahrsempfang im KuK (v.r.).

Quelle: Kempner

Markranstädt. Acht Ehrenamtler und die „Gutenberg-Frage“ standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs von Bürgermeister Jens Spiske (FWM) am Samstagvormittag im Kommunikations- und Kreativzentrum (KuK).

Das Feierliche zuerst: Würdevoll verliefen die Ehrungen und der Dank an langjährige verdiente Markranstädter. Karin Rödger, viele Jahre stellvertretende Bürgermeisterin, aktiv beim Döhlener Volksfestverein wie beim Ringreiten, wurde von Laudator Michael Unverricht als „Marktranstädter Original“ mit einem Herz für Kinder und Senioren vorgestellt. „Sie bringt Spaß und Stimmung in jeden Saal“, meinte er.

Mehr als 650 Spiele des SSV Markranstädt habe Ingrid Pfefferkorn in ihren 35 Jahren als Kassierin bei Wind und Wetter begleitet, mancher Trainer hätte wohl besser auf ihre Meinung gehört, lobte schmunzelnd Laudatorin Beate Lehmann die langjährige ehemalige Stadträtin Ingrid Pfefferkorn. Seit über 20 Jahren sei die zudem Vorsitzende des Kleingartenvereins Anton Vockert 1894.

Einen „knorrigen Ast am Baum von Markranstädt“ nannte Spiske Burkhard Schmidt. Pfarrer Michael Zemmrich lobte den Vorsitzenden des Fördervereins zum Erhalt der St. Laurentiuskirche und Sprecher der AG Verkehrslärm als energiereich und unorthodox. Er denke auch mal gegen den Strich, gehe neue Wege, könne aus nichts etwas machen, „ein Lallendorfer Original“, meinte er.

Oberschulleiterin Gabriele Reißmann würdigte die Arbeit von André Wegmann, Ralph Kützing, Ines Heber, Maria Seyde und Sandra Keil als aktuelle und frühere Mitglieder des Elternrates. Ihre Mitarbeit sei nicht alltäglich, sondern „sehr besonders“, so Reißmann. Elternabende, Sponsorengruppe, Schulfestvorbereitung, Weihnachtsmarktstand, Grillaktionen, Hilfe für den Schülerrat, viele Einzelfallhilfen, offene Gespräche - dies und mehr lobte die Schulleiterin und dankte den Eltern auch im Namen der Bildungsagentur für ihre außerordentliche Mitarbeit.

Die Ehrungen bildeten den würdevollen Abschluss des Empfangs, bei dem es ansonsten vorwiegend um die von Spiske „Gutenberg-Frage“ genannte Umnutzung des beliebten Hotels als Not- und Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge ging. Spiske trug dazu in weiten Teilen seine am Vortag herausgegebene Pressemitteilung vor: Dass Markranstädt die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen bevorzuge, so eine Integration für besser möglich halte. Dass das Hotel seit September 2015 ohne Information der Stadt als Flüchtlingsheim im Gespräch gewesen sei, erst auf Nachfrage im Dezember der Stadt dies bestätigt wurde. Dass danach von der Verwaltung sofort „konstruktive Vorschläge“ für geeignetere Plätze gemacht wurden, etwa die Fehrer-Immobilie, die alle „kompromisslos“ abgelehnt wurden. Die Stadt werde nun ihre Prüfpflicht zur Hotel-Umnutzung sehr ernst nehmen und einfordern, dass die Auflagen etwa zum Brandschutz dort eingehalten würden.

Landrat Henry Graichen (CDU) versicherte am Rande des Empfangs, dass die Stadt seit September informiert gewesen sei, dass alle Kommunen im Kreis über etwa 5000 Einwohner mit einer Gemeinschaftsunterkunft zu rechnen hätten. Dies sei allen Bürgermeistern wiederholt mitgeteilt worden. Der Sozial-Beigeordnete Thomas Voigt hatte am Vortag bestätigt, dass es nie zu den Hotelplänen gekommen wäre, hätten von Markranstädt rechtzeitig nutzbare Alternativen vorgelegen.

Stadträte verschiedener Fraktionen zeigten sich überrascht. Sie seien zu keinem Zeitpunkt von Spiske über die vom Kreis geforderten Gemeinschaftsunterkünfte informiert worden, hätten erst im Dezember viel zu spät von den Plänen erfahren, sagten sie übereinstimmend und kündigten Fragen an den Stadtchef an.

Von Jörg ter Vehn

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