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Markranstädt Zensus 2011 sorgt für Minus bei Einwohnerzahlen
Region Markranstädt Zensus 2011 sorgt für Minus bei Einwohnerzahlen
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16:45 19.05.2015

Da sind es 491 Personen, die fehlen.

Wie berichtet, ist Markranstädt nicht die einzige Stadt mit Veränderungen durch den Zensus 2011. In Leipzig sind es gar Tausende "Karteileichen", die aus den Registern gezogen werden müssen. Wie Ursula Wagner, die zuständige Fachgebietsleiterin im Markranstädter Rathaus, bei der jüngsten Stadtratssitzung erklärte, hätten im Landkreis zum Beispiel Borna 777 Bürger, Groitzsch 372 und Markkleeberg 646 Bürger verloren. Pegau habe mit einem Plus von 20 sachsenweit zu den wenigen Orten gezählt, die ihre Zahlen nach oben korrigieren durften.

Genau 14 763 Bürger hatte Markranstädt zum Stichtag 9. Mai 2011. Das sei nach Auswertung des Zensus per Bescheid vom Statistischen Landesamt mitgeteilt worden, so Wagner. In Fortschreibung dieser Zahlen habe die Stadt zum Jahresende 2011 genau 14 747 Einwohner gehabt.

Gegenüber den bisher bekannten Zahlen ergebe sich jeweils ein Minus. "Wir haben immer eine Diskrepanz in unseren Zahlen gehabt", erinnert sich Wagner. Das sei ja sogar Thema von Bürgeranfragen gewesen. Die unterschiedlichen Zahlen seien vermutlich durch eine Eingemeindung in das Melderegister übernommen worden. Die Stadt habe das Landesamt gebeten, die Zahlen zu bereinigen, das Amt sei dem aber nicht nachgekommen, "Wahrscheinlich wegen des bevorstehenden Zensus`", schlussfolgert Wagner.

Tatsächlich klafft zwischen den Angaben aus dem Melderegister und den jetzigen, durch den Zensus bestätigten Zahlen eine ziemliche Lücke von 491 Einwohnern. Demgegenüber liegt die Zahl aus der Fortschreibung der ersten amtlichen Einwohnerermittlung vom 3. Oktober 1990 mit einem Minus von nur 200 Einwohnern deutlich näher dran als am jetzigen amtlichen Bescheid.

Wie die Differenz zustande kam, darüber kann Wagner nur rätseln. Vielleicht hätten sich Leute nicht ordnungsgemäß an- oder umgemeldet, sei in einzelnen Fällen nicht genau genug nachgeschaut worden. Gerade in den ersten Jahren nach der Wende sei ja vieles noch nicht so optimal gelaufen.

Wie die Zahlen jetzt bereinigt werden sollen, ist Wagner noch nicht bekannt. Schließlich könne sie ja nicht einfach hunderte Personen aus der Datenbank löschen, sagte sie. Sie hoffe, dass es in nächster Zeit konkrete Hilfestellungen zum Umgang mit den Zahlen gebe.

Den Stadträten listete Wagner die rechtlichen Konsequenzen aus dem offiziellen Einwohnerrückgang auf. Es gebe so gut wie keine, meinte sie. Vermutlich würden aber die einwohnerbasierten Geldzuweisungen aus Dresden geringer werden. Dagegen müssten jedoch die Zahlungen an das Landratsamt (Kreisumlage) etwas kleiner ausfallen. Wenn die Stadt etwas Glück habe, komme dabei ein Nullsummenspiel heraus, hoffte sie.

Inzwischen veröffentlichte das Statistische Landesamt auch die jüngsten Einwohnerzahlen. Da hat sich Markranstädt wieder von seinem "Zensusschwund" erholt, kam zum Ende November 2012 schon wieder auf 14 801 Einwohner, ein Plus von 51 gegenüber dem Jahresende 2011. Nach den gleichen Angaben kommt Markkleeberg auf 23 811 (+57), Zwenkau auf 8765 (-8) und Großpösna auf 5320 (+4).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2013

Jörg ter Vehn

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