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Zwergensprachen-Zentrum sitzt in Markranstädt

Zwergensprachen-Zentrum sitzt in Markranstädt

Wer an die Stadt am See und ihre jüngste wortgewaltige Geschichte vor allem rund um die Wahlen denkt, dem wird schwerfallen, das hier zu glauben: Markranstädt ist das Zentrum der Zwergensprache.

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Mutter der Zwergensprache: Vivian König in ihrem Haus in Markranstädt. Das Babyzeichen-Netzwerk wurde vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben.

Quelle: Jörg ter Vehn

Markranstädt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Das liegt an Vivian König. Die weltgewandte Frau und Mutter, die lange Jahre in England lebte, bevor es sie und ihre Familie beruflich nach Markranstädt verschlug, hatte in Großbritannien bei einer Freundin eine Entdeckung gemacht. Deren zehnmonatiger Sohn konnte natürlich noch kein Wort sprechen, sich aber trotzdem mit Gesten komplett verständigen - "auch über Sprachgrenzen hinweg", erzählt König, wie immer dabei gestikulierend. Für sie war das Erlebte nicht nur verblüffend, es war auch Anstoß, selber in der Richtung aktiv zu werden.

Vor zehn Jahr rief sie darauf in Halle ihre erste Eltern-Kind-Gruppe zur Zwergensprache ins Leben. "Damals noch in einer Hebammen-Praxis", erinnert sich die heute 38-Jährige. Spielerisch lernten Kinder und Eltern einige Gesten, um sich auch ohne das Beherrschen von Wörtern verstehen zu können. Die Zeichen ermöglichten es, dass Sprache sichtbar wird, erläutert sie ihr Vorgehen. Denn Kinder lernten Sprache nicht nur akustisch, sondern vor allem visuell und mit den Gesten auch motorisch.

Ein bisschen davon kennt jeder. "Winke, winke" etwa ist zum Abschied weit verbreitet, auch ohne das Wissen um die Zwergensprache. Auch "Pssst" für "Ruhe bitte" bringen viele Eltern ihren Babys mit einem leichten Zischen an einem Zeigefinger vor. Bei Vivian König geht es aber weiter. Spielerisch könnten Eltern und Kind dazu Elemente der deutschen Gebärdensprache verwenden, so die Idee. Das hat neben der Einfachheit der Gesten zudem den Vorteil, dass Kinder, die sich vielleicht später als sprachlich behindert herausstellen, so von Anfang an richtig lernen, nicht noch mal umsatteln müssen.

Anwendung finde der Ansatz der Zwergensprache und des ganzheitlichen Sprache Lernens vor allem bei Erziehern, aber auch etwa bei Logopäden, erzählt Kaiser. Sie leitet inzwischen vor allem die Ausbilder an. "Ich bin hier in Markranstädt so etwas wie die Zentrale", schmunzelt sie. Inzwischen habe sie mehr als 150 Kursleiterinnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Zwergensprache ausgebildet, sagt sie. Jedes Jahr einmal träfen sich alle. Im Vorjahr habe das Treffen in Markranstädt stattgefunden, "zum Zehnjährigen unseres Netzwerkes sehen wir uns alle in Nürnberg", erklärt sie.

"Wir ging es von Anfang an nicht um ein Schneller, Höher, Weiter", sagt König. Auch wenn die Forschung inzwischen belege, dass Kinder mit Kenntnis der Gesten schneller auch das eigene Sprechen erlernen, sei dies nur ein schöner Nebeneffekt. "Ich möchte vielmehr unterstützen, dass mehr Nähe, Austausch und Bindung zwischen Eltern und Kind möglich wird", erklärt sie.

Im Mehrgenerationenhaus von Markranstädt gibt sie fünf bis sechs Mal pro Jahr Ausbildungskurse, sie hat auch einige Lehrbücher über das Thema geschrieben, eine Lieder-CD herausgegebene. Von der gehen pro Stück je ein Euro an das Kinderhospiz Bärenherz nach Markkleeberg. "Erst vor einigen Tagen war ich wieder dort und habe 2000 Euro übergeben", sagt Vivian König, und unterstützt dabei ihre Worte automatisch mit klaren Gesten, so wie sie es ihren Ausbildern beibringt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2014
Jörg ter Vehn

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