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15.000 Tonnen AKW-Bauschutt dürfen in Sachsen entsorgt werden - Cröbern ist betroffen

15.000 Tonnen AKW-Bauschutt dürfen in Sachsen entsorgt werden - Cröbern ist betroffen

Auf sächsischen Deponien können bis 2017 insgesamt 15.000 Tonnen Bauschutt aus dem Abriss von Atomkraftwerken abgelagert werden. Die entsprechenden Freigaben liegen vor, wie aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervorgeht.

Dresden. Demnach dürfen auf den Deponien in Cröbern (Landkreis Leipzig) und Wetro (Landkreis Bautzen) bereits seit 2012 jeweils bis zu 1000 Tonnen Schutt pro Jahr und Atomkraftwerk entsorgt werden. In Grumbach bei Dresden gilt die Freigabe für dieses und nächstes Jahr. Sachsen müsse seinen Ruf als „williges Müllimportland“ loswerden, forderte Eva Jähnigen von der Grünen-Landtagsfraktion am Mittwoch.

2013 wurden auf der von der Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (WEV) betriebenen Zentraldeponie in Cröbern 983 Tonnen Bauschutt des einstigen Kraftwerks Würgassen abgelagert. Davon seien 924 Tonnen in faustgroßen Betonbrocken geliefert worden. In diesem Jahr kamen bisher 235 Tonnen. Weitere Lieferungen werden erwartet.

Von dem Material gehe eine verschwindend niedrige radioaktive Strahlung aus, die für Betroffene unter dem Grenzwert von zehn Mikrosievert pro Jahr liege. Das sei weniger als der Einfluss durch die natürliche Hintergrundstrahlung und damit gesundheitlich unbedenklich, erklären Umweltministerium und die WEV. „Das ist kein radioaktiver Müll, was geliefert wird“, stellt der Sprecher des Umweltministeriums in Dresden klar.

WEV-Geschäftsführer Bernd Beyer erklärt: „Wir nehmen keine radioaktiven Abfälle an und werden das auch nicht tun. Radioaktive Abfälle unterliegen dem Atomgesetz, also der Strahlenschutz-Verordnung. Mit der Freigabe und Entlassung wird das Material zu normalem Abfall.“ Vor dem Abtransport in Würgassen werde die Strahlung des Abrissschutts in einem schrankgroßen Messgerät festgestellt. Das geschehe portionsweise in Mengen bis zu einem Kubikmeter. Bei der Einlagerung und vor der Abdeckung auf der Deponie werde die Strahlung erneut gemessen. „Jeder ist willkommen, sich das anzusehen“, sagt Beyer.

Vor Annahme des Materials aus dem Kraftwerksrückbau habe sich die WEV-Geschäftsführung die Anlage in Würgassen angesehen und von der separaten Lagerung des nichtradioaktiven Abrissmaterials überzeugt. Dennoch drängt Sachsens Umweltministerium inzwischen darauf, dass der Abfall aus dem Rückbau von Kernkraftwerken in den Herkunftsländern entsorgt wird.

Andreas Friedrich/dpa

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