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Mitteldeutschland 18. Februar in Dresden: Die Stadt will Flagge gegen Rechts zeigen
Region Mitteldeutschland 18. Februar in Dresden: Die Stadt will Flagge gegen Rechts zeigen
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17:43 15.02.2012
Die Kundgebung am 13. Februar mahnt zum friedlichen Protest gegen Rechtsextreme. Quelle: dpa
Dresden

„Wir brauchen die Rechtsextremisten nicht“, betonte der Moderator der AG 13. Februar, Frank Richter, am Mittwoch. „Auch wenn sie nicht kommen, werden wir gemeinsam zeigen, was uns Demokratie wert ist.“ Bisher seien acht Veranstaltungen angemeldet, darunter aber keine von Rechtsextremisten, sagte eine Stadtsprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Die Frist zur Anmeldung laufe aber erst Donnerstagabend aus und auch danach könnten Spontandemonstrationen noch bei der Polizei angezeigt werden.

Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Gewerkschaften, Kirchen und Zivilgesellschaft haben unter dem Motto „Mit Mut, Respekt und Toleranz. Dresden bekennt Farbe“ zu einer Großkundgebung und einer Demonstration aufgerufen. Um die Vielfalt der Stadt sichtbar werden zu lassen, sollen die Bürger etwas Buntes tragen sowie Fenster, Gartenzäune und Autoantennen mit Bändern versehen. Zu Wort kommen der frühere Bundesjustizminister und SPD-Chef Hans-Jochen Vogel sowie Überlebende der alliierten Luftangriffe vom 13. Februar 1945 auf Dresden und der deutschen Bombenangriffe auf die polnische Stadt Wielun.

Mit Gebeten, Mahnwachen und Bittgängen für Frieden und Kultur reihen sich christliche Kirchengemeinden in den Widerstand gegen Rechts ein. Das Bündnis „Dresden nazifrei“ hat bundesweit zur Teilnahme an einer separaten Demonstration aufgerufen. Es sei noch ein langer Weg, bis Dresden nazifrei sei, teilte das Bündnis mit. Angesichts einer Mobilisierung der rechten Szene sei man auch auf Blockaden eines möglichen Neonazi-Aufmarschs vorbereitet.

Die Polizei will sich erst am Donnerstag zu Einsatzplänen äußern. 5800 Beamte hatten am Montag den friedlichen Protest gegen einen verkürzten Aufmarsch von 1600 Neonazis gesichert. Rechte Aufmärsche und Gegendemonstrationen überschatten seit Jahren das Gedenken in Dresden. Mit Blockaden wurden 2010 und 2011 Neonazi-Aufmärsche verhindert. Bei gewalttätigen Ausschreitungen von Linken und Rechten waren vor einem Jahr mehr als 100 Polizisten verletzt worden. Die Anmeldung einer rechten Demonstration für den 18. Februar 2012 war vor einiger Zeit zurückgezogen worden.

dpa

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