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Mitteldeutschland 19-jährige Zwenkauerin und ihre Mutter sterben bei tragischem Unfall in Neuseeland
Region Mitteldeutschland 19-jährige Zwenkauerin und ihre Mutter sterben bei tragischem Unfall in Neuseeland
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22:29 12.02.2015
In ihrer Online-Ausgabe berichtete die neuseeländische Tageszeitung New Zealand Herald von dem Unglück. „Wir trauern alle – es ist so ungerecht“ – so äußerten sich die Gasteltern der 19-jährigen Janine zu dem tragischen Unfall. Quelle: André Kempner
Zwenkau/Matakana

und deren Mutter ums Leben – der Vater wurde schwer verletzt. „Zwenkau ist tief bestürzt über den Verlust“, sagte Pfarrerin Barbara Hüneburg. Die Seelsorgerin steht in engem Kontakt mit den hinterbliebenen Familienmitgliedern in Zwenkau.

Das Unglück ereignete sich bereits am 4. Februar, rund 70 Kilometer von Auckland entfernt, in der neuseeländischen Stadt Matakana. Wie die neuseeländische Polizei meldete, fuhr Janine das Auto, in dem auch ihre Eltern saßen, als es bei Regen von der Straße abkam und gegen einen meterhohen Baumstumpf prallte.

Janines Mutter starb noch am Unfallort, sie selbst und ihr Vater wurden in ein Krankenhaus in Auckland gebracht. Dort erlag die junge Zwenkauerin einen Tag später ihren schweren Verletzungen. Die Polizei untersucht derzeit weitere Hintergründe zum Unfallhergang. Das Ergebnis wird in einigen Wochen erwartet.

Janine lebte seit dem vergangenen Juli in einer Gastfamilie, arbeitete für sie als Au-pair. Gegen Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld sind Jugendliche auf diese Art im Ausland tätig, um im Gegenzug Sprache und Kultur des Gastlandes kennenzulernen. Janines Eltern waren zu Besuch, als sich der Unfall ereignete.

In Zwenkau ist die Anteilnahme groß. Einen Tag nach dem Unglück hatte die hiesige Polizei die Großeltern und Eltern der Opfer von dem Vorfall unterrichtet – als Floristin war die Großmutter gerade dabei, Trauergestecke für eine andere Beerdigung zu binden. Seitdem kommen viele Zwenkauer im Geschäft vorbei, sprechen der Familie ihr Beileid aus.

Doch auch in Neuseeland schlägt das Unglück hohe Wellen. Die Zeitung New Zealand Herald zitiert Janines Gastmutter, deren Kleinkind das Au-Pair-Mädchen betreute. „Sie war wie eine Tochter für mich und sehr beliebt in unserer Gemeinschaft. Sie war so eine wunderbare Person.“

Der Deutsche Johannes Berweiler, der seit einiger Zeit in Neuseeland lebt, hat am Mittwoch im Internet eine Spendenseite gestartet, um die Hinterbliebenen zu unterstützen. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein muss, seine Frau und Tochter zu verlieren und ganz allein im Krankenhaus zu liegen, so weit von zu Hause entfernt“, heißt es auf der Internetseite.

Innerhalb eines Tages sind bereits über 3800 Neuseeländische Dollar zusammengekommen. Viele Spender bekunden auch ihr Beileid. „Wir hatten die große Ehre, Janine an ihrem ersten Tag in Neuseeland bei den Orientierungstagen kennenlernen zu dürfen“, schreiben drei Frauen, die ebenfalls als Au-pairs arbeiten. „Sie war voller Vorfreude auf ihre Zeit als Au-pair. Sie ist uns durch ihre herzliche Persönlichkeit in Erinnerung geblieben und wird es auch bleiben.“

Weiter heißt es auf der Spendenseite, dass Janines Onkel in den nächsten Tagen nach Neuseeland reisen wird, um seinen Bruder aus dem Krankenhaus abzuholen und mit ihm alle Angelegenheiten zu regeln. Laut Angaben der Polizei ist der Vater gesundheitlich stabil. Er stehe jedoch unter Schock, meldete eine neuseeländische Nachrichten-Seite.

Eine Mitarbeiterin der Organisation, die die Au-pair-Stelle in Matakana an Janine vermittelt hatte, war laut Medienberichten jeden Tag beim Vater der jungen Zwenkauerin im Krankenhaus. „Es geht ihm besser, aber er muss sich erst mit allem arrangieren“, wird die Mitarbeiterin zitiert. Sie unterstützt auch den Spendenaufruf im Internet. „Das ist eine so schwere Zeit für Janines Vater und wir wollen nicht, dass er auch noch Geldsorgen hat.“

In Zwenkau fühlen sich die meisten hilflos – so weit vom eigentlichen Unfallort entfernt. Die Angehörigen haben sich in dieser schweren Zeit in ihre Arbeit gestürzt und wollen nicht mit Journalisten über den Schicksalsschlag sprechen.

Die Gemeinde bietet Unterstützung an, wo sie kann. „Wir haben in der Kirche bereits Fürbitten für die Familie gelesen“, sagt Pfarrerin Hüneberg. „Wenn der Vater wieder zurück in der Stadt ist, werden wir auch einen Trauergottesdienst abhalten.“

Josephine Heinze

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