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News 21-Jährige gesteht Amokdrohung gegen Erfurter Schule

21-Jährige gesteht Amokdrohung gegen Erfurter Schule

Eine 21-Jährige hat am Dienstag vor dem Erfurter Amtsgericht die Amokdrohung gegen ihre damalige Schule gestanden. Sie habe die zwei E-Mails geschrieben, sich aber nichts dabei gedacht, sagte sie zum Prozessauftakt.

Erfurt. Sie habe keinen Hass auf die Schule gehabt und sei eine gute Schülerin gewesen. Die Tat könne sie sich nur durch ihre unerwartete Schwangerschaft erklären, sagte die junge Mutter, die heute - wie eine mitangeklagte 20-Jährige - eine andere Schule besucht. Die 21-Jährige, die wegen Störung des öffentlichen Friedens angeklagt ist, hatte im November 2008 in einer E-Mail an die Schule mit „Rache und Vergeltung“ gedroht. Bei der massiven Fahndung wurden auch mehrere tausend Handydaten überprüft.   

Der Prozess wurde gegen Mittag unterbrochen, weil die 21-Jährige einen Termin mit ihrem Baby wahrnehmen musste. Er soll am 18. Dezember mit der Anhörung der Zeugen und Gutachter fortgesetzt werden. Voraussichtlich sollen auch die Plädoyers gehalten und das Urteil gesprochen werden.    Die heute 20-Jährige ist lediglich wegen Beihilfe angeklagt. Sie hat nach ihren Aussagen mit der älteren Angeklagten über eine Droh- Mail gesprochen und dann den Text der 21-Jährigen korrigiert. Die bis dahin unbescholtenen Schülerinnen hatten zuvor im Fernsehen einen Film über Amokläufe gesehen. Sie habe jedoch nicht gelaubt, dass die 21-Jährige die Mails abschicken würde, da sie öfter etwas gesagt hätte, was sie dann nicht ausgeführt hat. Sie will von dem Versenden der Texte nichts gewusst haben. Ihr Verhältnis hätte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch schon abgekühlt, sagte sie vor Gericht.   

Die Polizei hatte die Mails zu einem Computer in einer öffentlichen Bibliothek in Erfurt zurückverfolgen können. In der ersten E-Mail, die beide Schülerinnen gemeinsam verfasst haben sollen, hatte es laut Staatsanwaltschaft geheißen: „Jetzt ist es soweit. Nun werdet ihr alle sterben!“ Wenige Tage später soll die Ältere eine weitere E-Mail versendet haben, in der unter anderem stand: „Der Tag wird kommen, die Polizei kann euch nicht ewig beschützen.“ Beide waren von der Schule verwiesen worden.   

Nach Meinung der beiden Angeklagten wurden die Drohungen an der Schule eher lustig aufgenommen. Immer wieder hätten Schüler gesagt: „Ich war’s.“ Die beiden jungen Frauen zogen sich damit jedoch den Unmut von Schülern auf sich, die den Prozess verfolgten. Das stimme nicht, äußerten sie übereinstimmend in einer Verhandlungspause. „Für uns war das eine Bedrohungssituation“, sagte ein 18-Jähriger. Sie könnten gar nicht verstehen, warum die beiden das so spaßig fanden.   

Nach Bekanntwerden der ersten Drohung am 25. November war die Schule für einen Tag geschlossen worden. Danach konnten Lehrer und Schüler das Gebäude nur über eine Sicherheitsschleuse betreten. Zeitweise waren mehr als 100 Polizisten mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. Mehr als 250 Zeugen wurden befragt. Nach dem Massaker am Erfurter Gutenberg-Gymnasium vor siebeneinhalb Jahren reagieren die Behörden im Freistaat äußert sensibel auf Drohungen von Schülern. 2002 hatte ein ehemaliger Schüler an dem Gymnasium innerhalb weniger Minuten 16 Menschen und dann sich selbst getötet.

dpa

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