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Mitteldeutschland 33-Jähriger aus Gera gesteht Automaten-Sprengungen aus Geldnot
Region Mitteldeutschland 33-Jähriger aus Gera gesteht Automaten-Sprengungen aus Geldnot
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19:56 31.03.2014
Ein Polizist untersucht einen gesprengten Fahrkartenautomaten der Bahn. Quelle: Boris Roessler/Archiv
Darmstadt

„Es war Verzweiflung,  Hartz IV war gesperrt, ich hatte kein Essen mehr und war mit der Miete im Rückstand“, sagte der 33-Jährige aus Gera in Thüringen zum Prozessbeginn am Montag in Darmstadt. Der Mann sprengte die Automaten zwischen März 2013 und August 2013.

Laut Anklage schlug er hauptsächlich in Hessen zu, aber auch in Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und Bayern. Der ehemalige Fremdenlegionär habe fast 32.000 Euro erbeutet. Der Sachschaden durch die Explosionen wird auf mindestens 790.000 Euro geschätzt.

Eine Auswahl der Tatorte: Frankfurt, Dreieich und Darmstadt (Hessen), Mainz-Gonsenheim, Mainz-Ebersheim (Rheinland-Pfalz), Ronneburg, Kahla, Stadtroda (Thüringen), Frohburg, Neukieritzsch (Sachsen), Aschaffenburg, Wörth am Main, Wiesthal (Bayern).

Nichts habe ihm in seinem Leben wirklich etwas gebracht, erzählte er ohne Stocken. Nicht die Bundeswehr, nicht der Job als Lkw-Fahrer, auch nicht die beiden schließlich abgebrochenen Studiengänge in Chemie und in Archäologie. „Mein Lebenslauf war mehr oder weniger verkorkst.“ Wieder nach Gera zurückgekehrt, sei ihm nur die Erkenntnis geblieben: „Ich habe alles falsch gemacht. Dann kam ich auf die Idee mit den Automaten.“

Der 33-Jährige gab an, sich bewusst eher ruhigere Ziele ausgesucht zu haben. „Es musste schnell gegen - damit mich niemand sieht und auch niemand verletzt wird.“ Zum Knall kam es jeweils vor dem frühen Bahnverkehr. Die ihm vorgeworfene Gefährdung etwa von Fahrgästen durch meterweit durch die Luft geschleuderte Automatentüren wies er zurück. „Ich stand ja in der Regel selbst ein bis zwei Meter daneben.“ Die vergleichsweise geringe Beute sei kein Problem gewesen: „Mir ging es nicht darum, an Millionen Euro zu kommen.“

Bei den Sprengungen habe ihm sein Wissen aus seiner Zeit als Chemie-Student nicht wirklich geholfen. Vielmehr sei er problemlos im Internet auf Hinweise gestoßen, wie man so etwas macht. „Die beste Informationsquelle ist die Polizei. Die beschreibt doch, was der Täter dabei hatte.“

Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage vorgesehen. Im Fall einer Verurteilung droht dem Mann eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

dpa

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