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Mitteldeutschland 35.000 bei Osterreiten in der Oberlausitz – Sachsens Bischof Bohl ruft zum Frieden auf
Region Mitteldeutschland 35.000 bei Osterreiten in der Oberlausitz – Sachsens Bischof Bohl ruft zum Frieden auf
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12:50 20.04.2014
Ein sorbischer Osterreiter in der Oberlausitz. Quelle: Arno Burgi dpalsn
Bautzen/Ostritz

Es habe keine Zwischenfälle gegeben, hieß es. Im vergangenen Jahr waren es bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt rund 26.000 Zuschauer gewesen.

Das Osterreiten der zumeist katholischen Sorben hat in der Oberlausitz im Städtedreieck zwischen Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz eine mehr als 500-jährige Tradition. Auf mehreren Routen tragen die Reiter die Botschaft von der Auferstehung Christi in die Nachbarpfarrei. Dabei singen sie geistliche Lieder und führen Kreuze, Kirchenfahnen und die Statue des Auferstandenen mit. Auch die Pferde sind festlich geschmückt.

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Die Ursprünge dieses Brauchs reichen vermutlich in vorchristliche Zeit zurück. Feldumritte sollten damals die jungen Saaten vor dem Bösen schützen. Später wandelten sich die Ritte in christliche Prozessionen. In Ostritz an der deutsch-polnischen Grenze segnen die Reiter noch immer die Saat auf den Feldern.

Bohl verurteilt Fußball-Randale

Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl hat derweil in seiner Osterbotschaft zum Frieden aufgerufen - in den aktuellen Krisenherden ebenso wie in Deutschland. „Wer sein Leben von Ostern her lebt, verweigert sich der Logik der Gewalt und des Vorrangs der eigenen Interessen“, mahnte er am Ostersonntag bei einem Gottesdienst in Hirschfeld (Vogtland).

„Die Botschaft gilt jedem Menschen, an welchem Ort auch immer.“ Sie gelte für die in der Ukraine, die um die Zukunft bangten und den Zerfall ihres Staates befürchteten, „aber auch den verblendeten Nationalisten, die davon reden, man müsse „die russische Erde“ sammeln und sei es mit Gewalt“.

Der Bischof nannte als Adressaten ebenso die „machtversessenen Fanatiker“ in den kriegführenden Lagern Syriens, und die viel zu vielen Menschen in Israel und Palästina, die seit mehr als 100 Jahren auf Stärke setzten und so Versöhnung verhinderten. „Der Ruf zum Frieden gilt aber auch unserem Land“, mahnte Bohl mit Verweis auf vernachlässigte und misshandelte Kinder, Randale bei Fußballspielen oder „den Mächtigen, die sich stark wähnen und ihre Interessen bedenkenlos-gierig durchsetzen.“

dpa

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