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News 772 Waffen während Amnestie in Sachsen abgegeben

772 Waffen während Amnestie in Sachsen abgegeben

Dresden  - Nach dem Amoklauf von Winnenden im März 2009 haben sich hunderte Sachsen freiwillig von ihren zu Hause gehorteten Waffen getrennt: Insgesamt 772 Pistolen, Gewehre, Messer, Wurfsterne und Ähnliches sowie massenhaft Munition wurden zwischen Juli und Dezember im Zuge der sogenannten Amnestieregelung für illegale Waffen abgegeben.

Tatsächlich illegal waren die meisten davon allerdings gar nicht, teilte das Innenministerium in Dresden am Montag auf Anfrage mit. Nur 110 der abgegebenen Pistolen und Gewehre waren nicht bei den Behörden registriert und somit verbotenerweise im Umlauf. Hinzu kamen noch einmal zehn „verbotene Gegenstände“ wie etwa Schlagringe.   

Viele Sachsen nutzten die Gelegenheit zur Waffenabgabe, obwohl sie nach dem Ende der Amnestie keine Folgen zu befürchten gehabt hätten. So wurden unter anderem 509 Schusswaffen abgegeben, die man ohne besondere Erlaubnis kaufen und besitzen darf: Schreckschuss- und Signalpistolen etwa, Luftdruck- oder auch Spielzeugwaffen. Auch 32 Messer und ähnlich gefährliche, aber eben nicht generell verbotene Gegenstände finden sich in der Auflistung.   

111 „richtige“ Pistolen und Gewehre wurden außerdem abgegeben, obwohl ihre Besitzer eine Erlaubnis vorlegen konnten. In diesen Fällen würden die Waffen wohl entweder nicht mehr gebraucht, oder die Besitzer hätten den großen Aufwand gescheut, der mit den kürzlich verschärften Aufbewahrungsregeln verbunden sei, sagte Ministeriumssprecher Frank Wend.    Nach dem Amoklauf von Winnenden, bei dem ein Schüler mit einer Pistole seines Vaters 15 Menschen und sich selbst umbrachte, hatte der Bundestag das Waffenrecht verschärft. Wer illegale Waffen besaß, konnte diese bis Ende 2009 abgeben, ohne bestraft zu werden. Alle eingesammelten Waffen - legal und illegal - werden nun vernichtet.   

Im Vergleich mit anderen Bundesländern fiel die Zahl von 772 in Sachsen auf den ersten Blick eher klein aus. Allein in Nordrhein- Westfalen sammelten die Behörden im gleichen Zeitraum mindestens rund 34 000 Waffen aller Art ein. Außer den ungleichen Einwohnerzahlen sieht Wend vor allem die Mentalität der Menschen als Grund für die großen Unterschiede: Waffenbesitz sei in Sachsen nicht so verbreitet wie anderswo. Das Ministerium geht davon aus, nun einen großen Teil der illegal kursierenden Waffen aus dem Verkehr gezogen zu haben.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wollte diese Einschätzung am Montag nicht teilen. Man müsse angesichts des geringen Rücklaufs wohl eher davon ausgehen, dass in Sachsen noch immer sehr viele vor allem illegale Waffen kursierten, sagte der GdP-Landesvorsitzende Matthias Kubitz. Die Besitzer hätten offensichtlich keine Angst, erwischt zu werden, und ihre Waffen daher einfach behalten.

dpa

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