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Mitteldeutschland 80 Prozent der Straftäter in Sachsens Gerichtssälen sind Männer
Region Mitteldeutschland 80 Prozent der Straftäter in Sachsens Gerichtssälen sind Männer
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10:46 30.10.2018
In Sachsens Gerichten mussten sich im vergangenen Jahr 38.723 Männer wegen verschiedenster Straftaten verantworten. Dem gegnüber standen 9514 Frauen. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

An Sachsens Gerichten mussten sich im vergangenen Jahr 48.237 Personen aufgrund von Vergehen oder Verbrechen verantworten. Gegenüber dem Vorjahr zeigt die Statistik 1212 Fälle weniger, so die Angaben des zuständigen Landesamtes. 80 Prozent der Angeklagten waren dabei Männer, gleiches trifft auf den Anteil der Verurteilten zu.

Für insgesamt 39.450 Personen endeten die Prozesse im vergangenen Jahr im Freistaat mit einem Schuldspruch, 581 mussten anschließend in den Gefängnissen eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren antreten. Für fünf Straftäter gab es anno 2017 sogar das Urteil „lebenslänglich“. In den allermeisten Fällen wurden von den Gerichten jedoch Geldstrafen verhängt, knapp 18 Prozent der Angeklagten konnten sich letztlich sogar über eine Einstellung des Verfahrens oder einen Freispruch freuen.

In jedem vierten Prozess vor Sachsens Richterbänken ging es in der Sache um Vermögens-, Eigentums- oder Urkundendelikte – insgesamt waren das mehr als 13.000 Einzelverfahren. In jeweils mehr als 9000 wFällen mussten sich angeklagte Diebe oder Verursacher von Straftaten im Straßenverkehr verantworten, heißt es weiter in den veröffentlichten Daten.

Gewalttäter sind fast immer Männer

In 7758 Fällen standen die Angeklagten wegen Straftaten gegen andere Personen vor Gericht – darunter in 4735 Fällen wegen Körperverletzung. 90 Prozent der verurteilten Gewalttäter waren auch hier Männer. In genau 44 Fällen ging es laut Ankläger um lebensgefährliche Situationen, in die Täter ihre Opfer gebracht hatten. 29 Mal hieß der Tatvorwurf sogar Mord oder Totschlag. Eine Frau war unter den Beschuldigten.

98 Prozent aller Gerichtsverfahren nach angezeigten Sexualstraftaten wurden gegen Männer geführt. In 362 Fällen konnte letztlich auch ein Urteil gefällt werden – das war in 80 Prozent der angezeigten sexuellen Übergriffen. 92 Mal hieß der Vorwurf Vergewaltigung oder Nötigung. Am Ende mussten sich 56 Männer und eine Frau auch dafür mit einer Verurteilung verantworten.

Jeder fünfte Straftäter ist Ausländer

Genau 31.284 aller Verurteilten in Sachsens Gerichten waren Deutsche, auf 8166 traf das nicht zu. Das bedeutet: Jeder fünfte verurteilte Straftäter (21 Prozent) fällt im Freistaat unter die Kategorie Ausländer oder befand sich noch im Asylverfahren. Im Jahr davor habe die Quote noch bei 19 Prozent gelegen, teilte das Statistische Landesamt mit. In den mit Abstand meisten Fällen ging hier um Diebstahl, gefolgt von Betrug und Urkundenfälschung, sowie Straftaten gegen Straßenverkehrsgesetze.

In Kommentarspalten und sozialen Netzwerken werden Migranten häufig Körperverletzungen, Drogenmissbrauch und Vergewaltigungen vorgeworfen. Laut der Angaben aus Sachsens Gerichten stand zuletzt bei jeder fünften Verurteilung wegen Körperverletzungen tatsächlich ein Ausländer vor Gericht, in jedem sechsten Fall nach Betäubungsmittelmissbrauchs war der Verurteilte kein deutscher Staatsbürger. Bei den Strafverfahren wegen sexueller Nötigung oder Vergewaltigung ergingen die Urteile in 37 Prozent aller Fälle gegen eine Person ohne deutsche Staatsangehörigkeit oder in einem Asylverfahren. In den anderen 63 Prozent waren die Sexualstraftäter dagegen Deutsche.

Von Matthias Puppe

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