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Mitteldeutschland A 143: Neue Pläne wegen Diesel-Skandals
Region Mitteldeutschland A 143: Neue Pläne wegen Diesel-Skandals
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22:32 12.04.2018
Die Pläne für die Vollendung der A 143 bei Halle mussten wegen des Diesel-Skandals geändert werden. Quelle: dpa
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Halle

Erstmals hat der Diesel-Skandal offenbar direkte Auswirkungen auf die Planungen für eine neue Straße. Wie der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstag am Rande einer Veranstaltung in Halle erklärte, mussten die Pläne für die Vollendung der A 143 zwischen der Anschlussstelle Halle-Neustadt und der A 14 „wegen der Diesel-Affäre überarbeitet“ werden.

Hintergrund: Für die noch fehlenden 13 Kilometer, die durch ein naturschutzrechtlich wichtiges europäisches Flora-Fauna-Habitat in der dortigen Porphyrkuppenlandschaft sowie über die Saale führen, wurden die entstehenden Stickstoffoxid-Emissionen und die daraus resultierenden begleitenden Naturschutzmaßnahmen anhand der prognostizierten Fahrzeuganzahl samt deren Abgasen geschätzt. „Da aufgrund der neuen Entwicklungen im Rahmen der Diesel-Problematik offenbar mehr Stickstoffoxide emittiert werden, mussten die Planungen angepasst werden“, verlautete auf LVZ-Anfrage aus der sachsen-anhaltischen Staatskanzlei. Ein Grund dürfte die bereits einmal erfolgreiche Klage des Naturschutzbundes (Nabu) Halle gegen das Autobahn-Teilstück sein, welcher vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Anfang 2007 stattgegeben wurde. Dem Vernehmen nach ging es unter anderem um nicht ausreichenden Schutz für Trockenrasengebiete und seltene Orchideen. Die neuen Planungen stünden laut Staatskanzlei allerdings kurz vor dem Abschluss. Details sollen am kommenden Montag auf einer Pressekonferenz in der Saalestadt bekannt gegeben werden. Gegen den neuen Planfeststellungsbeschluss will der Nabu wie auch die mittlerweile gegründete die Bürgerinitiative Saaletal wohl erneut klagen.

Die Bauzeit für die restlichen A 143-Kilometer wird mit drei Jahren geschätzt. Das komplizierteste Bauwerk wäre die knapp 1200 Meter lange Saalebrücke bei Salzmünde. Gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan gibt es bisher eine Verzögerung von 19 Jahren, die Kosten sind von 80 auf aktuell 240 Millionen Euro gestiegen.

Von Martin Pelzl

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