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Mitteldeutschland AKK neue Parteichefin: So reagiert die CDU in Sachsen und Thüringen
Region Mitteldeutschland AKK neue Parteichefin: So reagiert die CDU in Sachsen und Thüringen
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20:03 07.12.2018
Nach der Wahl in Hamburg gibt es gemischte Reaktionen. Quelle: dpa
Hamburg/Leipzig

Von den 999 Delegierten, die am Freitag auf dem Parteitag in Hamburg über den Vorsitz abstimmten, stellte Sachsens Landesverband 30; Thüringen war mit 24 vertreten. Viele von ihnen hatten sich im Vorfeld mehr oder weniger deutlich für Ex-Fraktionschef Friedrich Merz als Angela-Merkel-Nachfolger ausgesprochen. Der hauchdünne Wahl-Sieg von Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer sorgte deshalb unter mitteldeutschen CDU-Mitgliedern für gemischte Reaktionen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte sich pragmatisch. „Annegret Kramp-Karrenbauer hat in ihren bisherigen Ämtern gezeigt, dass sie auch die notwendige Härte aufbringen kann, wenn es notwendig ist“, sagte er. „Wir setzen darauf, dass sie alle Flügel einbindet und dass wir einen richtigen Ruck hinbekommen.“ Kretschmer wurde übrigens am Abend ins CDU-Präsidium gewählt.

Ganz ähnlich wie der Regierungschef klingt Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks: „AKK weiß, wie man eine Partei und eine Regierung führt. Sie hat gezeigt, dass sie Wahlen für die CDU gewinnen kann“, sagte er. Sie habe den Parteitag mit einer begeisternden Rede von sich überzeugt. „Die Wahl der neuen Parteivorsitzenden ist ein Aufbruchsignal. Jetzt muss es erst richtig losgehen.“

Sachsens Sozialministerin und CDU-Landesvize Barbara Klepsch gab sich vorsichtig optimistisch. „AKK wird es schaffen, die Partei zusammenzuhalten und nach vorn zu bringen. Ich erhoffe mir die notwendige Unterstützung für unseren Landtagswahlkampf in Sachsen.“

Die Plauener Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas, die AKK gewählt hatte, ist sich sicher : „Sie wird eine starke Parteivorsitzende sein. Die Erwartungen sind jetzt groß. Wir müssen diesen Schwung aus der Wahl in die Zukunft tragen.“ Enttäuscht zeigte sich dagegen Jörg Förster vom Kreisverband Bautzen, der Merz gewählt hatte. „Ich gehe aber davon aus, dass AKK die Partei einen wird und wir geschlossen in die Wahlkämpfe des nächsten Jahres gehen,“ sagte er. „Denn wir brauchen den Rückenwind aus Berlin.“

Der Leipziger EU-Abgeordnete Hermann Winkler richtete den Blick schon nach vorn – auf die Kommunal- und Europa-Wahlen im Mai 2019 und die Landtagswahlen im Herbst. „Im Sinne eines Erfolgs 2019 appelliere ich jetzt an alle, dieses Ergebnis zu akzeptieren und sich weiter in die lebendiger gewordene CDU einzubringen.“

Thüringens CDU-Landeschef Mike Mohring, der wie Kretschmer ins neue Präsidium gewählt wurde, brachte die Ost-Komponente ins Spiel. „Es hilft nicht, Leute oder ganze Landstriche in die rechte Ecke zu stellen, nur weil die ihre Meinung sagen“, merkte er an. „AKK kann dabei auch im Osten gut helfen. Sie kommt selbst aus einem kleinen Landesverband. Sie kennt die andere Perspektive , das kann uns helfen.“

Thüringens Ex-Landtagspräsidentin Dagmar Schipanski freute sich dagegen, sie hatte AKK gewählt. „Ich habe ihr meine Stimme gegeben, weil ich ihr zutraue, die Partei zukunftsfest zu gestalten“, sagte die Ex-Wissenschaftsministerin und lobte AKK als „bodenständig fest verankert in den Grundwerten der CDU“.

Nicht live in Hamburg mit dabei, aber zu Hause in Leipzig voll mitgefiebert hatte die Landtagsabgeordnete Christine Clauß.„Gewonnen hat die gesamte CDU“, lautet die Bilanz der Ex-Sozialministerin. „Nach dem spannenden Tag und der knappen Entscheidung erwarte ich jetzt, dass auf die vielen Worte auch Taten folgen.“ Die Partei, forderte Clauß, „muss geeint in die Zukunft gehen“.

Von André Böhmer und Andreas Debski

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