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Mitteldeutschland AOK Plus gibt 40 Millionen Euro aus
Region Mitteldeutschland AOK Plus gibt 40 Millionen Euro aus
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22:26 14.05.2018

Dresden. „Mittlerweile ist die Erkenntnis gereift, dass das kein Sprint, sondern ein Marathonlauf ist“, sagte der Vorstand der AOK Plus, Stefan Knupfer, gestern in Dresden bei der Vorstellung des Präventionsberichts 2017. Und er fügte hinzu: „Aber am Ende wird es nur Gewinner geben.“ Knapp 40 Millionen Euro hat Sachsens und Thüringens größte Krankenkasse im vergangenen Jahr für vorbeugende Maßnahmen gegen Krankheiten ausgegeben und damit rund eine halbe Million Versicherte erreicht. Das entspricht 12,61 Euro pro Versichertem. Langfristiges Ziel ist, die ausufernden Folgekosten insbesondere von Zivilisationskrankheiten in den Griff zu bekommen. Früherkennungsuntersuchungen gehören deshalb genauso zum Programm wie das Schließen von Impflücken im Alter.

Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel seien die Hauptursache vieler Zivilisationskrankheiten, sagte der AOK-Vorstand. Übergewicht habe sich bei vielen Kindern schon auf hohem Niveau stabilisiert. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es nur in Zusammenarbeit aller Akteure möglich sei, Veränderungen zu erzielen. „Wichtig ist, dass wir dorthin gehen, wo die Betroffenen leben und arbeiten“, unterstrich Knupfer. Auf diese Weise sei es beispielsweise auch gelungen, besonders gefährdete Schichten zu erreichen. 47 Prozent der Teilnehmer an den Präventionsmaßnahmen hätten keinen oder nur einen Hauptschulabschluss, 39 Prozent verfügten über ein Haushalteinkommen von unter 2000 Euro.

Über 1085 Betriebe seien auch 224 400 Beschäftigte direkt einbezogen worden. Am Programm „JolinchenKids“, bei dem Grundwissen über Ernährung, Bewegung und seelisches Wohlbefinden vermittelt wird, nehmen rund 100 Kindertagesstätten teil. Im Hochschulbereich würden derzeit in Thüringen (Friedrich-Schiller-Universität und Ernst-Abbé-Hochschule in Jena) Projekte getestet, ein weiteres an der TU Dresden soll folgen. 

Bewährte Modelle würden weitergeführt. So entstand im Leipziger Osten gemeinsam mit der HTWK ein Projekt zur kommunalen Gesundheit, für das mittlerweile die Stadt Leipzig die Regie übernommen hat. Knupfer machte auch deutlich, dass es bei der Umsetzung der Strategie auf die Zusammenarbeit aller Akteure ankomme – und damit auch der anderen Krankenkassen. Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention war 2015 in Kraft getreten. Die AOK Plus hat in Sachsen 2,1 Millionen (56,5 Prozent Marktanteil) und in Thüringen 945 000 Versicherte (47,9 Prozent).

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Von Roland Herold

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