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Mitteldeutschland Abitur in Sachsen soll schon in diesem Schuljahr leichter werden
Region Mitteldeutschland Abitur in Sachsen soll schon in diesem Schuljahr leichter werden
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05:00 06.01.2017
Schüler brüten über ihren Abschlussprüfungen. Das Abitur im Freistaat soll einfacher werden. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Dresden

Der Freistaat Sachsens lockert ab sofort die Prüfungsbedingungen für das Abitur. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung (Freitag) unter Berufung auf das Kultusministerium. Mit der Neuregelung müssen nicht mehr 52, sondern nur noch 40 Kursnoten eingebracht werden – für die allermeisten Schüler dürfte sich damit ein deutlich besseres Abgangszeugnis als bislang ergeben. Damit steigen wiederum die Chancen bei Bewerbungen an Hochschulen. Zudem soll die Belastung der Abiturienten reduziert werden, die in Sachsen bundesweit am höchsten ist.
 
Ursprünglich waren die Änderungen für die Oberstufe erst mit dem neuen Schuljahr geplant gewesen. Deshalb hatten viele Elftklässler überlegt, freiwillig sitzen zu bleiben, um von den geplanten Lockerungen profitieren zu können.
 
„Ich habe die massiven Wünsche der Schüler und Eltern sehr wohl wahrgenommen und kann diese gut verstehen. Deshalb habe ich mich entschlossen, die neue Einbringungspflicht auch denjenigen Schülern zu ermöglichen, die bereits in der gymnasialen Oberstufe sind. Das ist für mich eine Frage der Gerechtigkeit“, erklärt Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) gegenüber der LVZ. Die Neuregelung betrifft aktuell rund 22.000 Elft- und Zwölftklässler sowie weitere Tausende Schüler an Kollegs, Beruflichen und Abendgymnasien.
 
Bisher war Sachsen das einzige Land, in dem alle Kursergebnisse aus den Klassen 11 und 12 berücksichtigt wurden – insgesamt 52. Zum Vergleich: In Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen brauchen Schüler nur 32 Noten vorzulegen, in Bayern 40. Auf diese Zahl hatte sich zuletzt auch die Kultusministerkonferenz geeinigt. „Sächsische Schüler dürfen im bundesweiten Vergleich keine Nachteile haben. Chancengleichheit und die Vergleichbarkeit der Abschlüsse sind ein hohes Gut“, macht Brunhild Kurth klar. Sollte sich in Einzelfällen durch die Neuberechnung eine Verschlechterung des Durchschnitts ergeben, können aktuelle Abiturienten die alte Regelung in Anspruch nehmen.
 
Der Landesschülerrat (LSR) sieht eine wichtige Forderungen erfüllt. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das Kultusministerium ist auf die Wünsche der Schüler eingegangen“, sagt der LSR-Vorsitzende Friedrich Roderfeld. Sachsen seien damit nicht länger gegenüber Schülern aus anderen Bundesländern benachteiligt. Die Lockerungen würden auch nicht zu einem Qualitätsverlust führen, erklärt er: „Der Unterrichtsstoff wird ja weiterhin vermittelt – nur die Ergebnisse ändern sich, und das im Positiven.“

Andreas Debski

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