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Mitteldeutschland Abrechnungsbetrug: Verdachtsfälle bei Barmer Sachsen haben sich fast verdoppelt
Region Mitteldeutschland Abrechnungsbetrug: Verdachtsfälle bei Barmer Sachsen haben sich fast verdoppelt
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11:00 17.05.2014
Archivfoto Quelle: dpa
Leipzig

Jedes Jahr erleiden die Krankenkassen bundesweit Millionenschäden durch falsche und betrügerische Abrechnungen. Allerorts haben sie eigene Ermittler, um möglichen Betrügern auf die Schliche zu kommen, wie eine Umfrage ergab.

Die Barmer GEK verzeichnet in Sachsen bei den Verdachtsfällen eine steigende Tendenz. Im Jahr 2012 wurden 50 Fälle registriert. Ein Jahr später waren es schon 91, wie die Kasse mitteilte. Meist handelte es sich um nicht erbrachte Leistungen. 2012 forderte die Kasse gut 71.000 Euro und 2013 gut 68.000 Euro zurück. Bundesweit arbeiten 26 Mitarbeiter an 12 verschiedenen Standorten in der Manipulationsabwehr.

Anders sieht es bei der KKH aus. Hier wurden im vorigen Jahr 12 Fälle registriert, nach 28 im Jahr 2012. Im Jahr 2012 forderte die KKH rund 17 600 Euro zurück und bekam bisher 15.000 Euro. 2013 lag die Forderung bei knapp 27.300 Euro. Davon gingen bisher rund 8500 Euro ein. Bei einem der krassesten Fälle handelte es sich um eine Kosmetikerin. Sie gab sich erfolgreich als Podologin aus und rechnete dementsprechend ab. Der Schaden könnte sich laut KKH für alle Kassen zusammen auf 100.000 Euro belaufen. Die Staatsanwaltschaft ermittle.

Bundesweit erlitt die KKH 2013 durch Abrechnungsbetrug einen Schaden von 2,1 Millionen Euro - so viel wie noch nie. Davon entfielen 1,6 Millionen Euro auf Apotheken. Die Ermittler der Techniker Krankenkasse (TK) gehen im Laufe eines Jahres bundesweit 2000 Fällen nach und schließen ebenso viele ab. In den vergangenen beiden Jahren musste eine Summe von insgesamt 2,9 Millionen Euro zurückgezahlt werden.

Die DAK Gesundheit erhebt keine Länderzahlen. Bundesweit verfolgen die DAK-Ermittler aktuell 1900 Hinweise auf gefälschte Rezepte, Scheinbehandlungen oder manipulierte Rechnungen. 2013 holten sie 1,6 Millionen Euro zurück. Bei den 2013 abgeschlossenen Fällen seien die sogenannten Heilmittel - wie Physiotherapie, Krankengymnastik oder Massagen - mit 36 Prozent der Schwerpunkt der Ermittlungen gewesen. „Bei der Mehrheit der Leistungserbringer sind die Abrechnungen korrekt“, betonte der Leiter der Ermittlungsgruppe, Volker zur Heide. „Fehlverhalten ist kein Massenphänomen, aber jeder einzelne Fall schadet dem Ansehen der einzelnen Bereiche.“

Der Sprecher der sächsischen Krankenhausgesellschaft, Rene Schubert, betonte, bei rund einer Million Patienten in den sächsischen Krankenhäusern pro Jahr und den daraus resultierenden komplexen Abrechnungen könnten auch Fehler passieren. Immerhin blieben 96 Prozent der Krankenhausabrechnungen unbeanstandet. Bei Rechnungsstreitigkeiten gehe es häufig um Details.

dpa

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