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Mitteldeutschland Afrikanische Schweinepest in Deutschland kaum zu verhindern
Region Mitteldeutschland Afrikanische Schweinepest in Deutschland kaum zu verhindern
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22:03 07.03.2018
Durch die afrikanische Schweinepest sind auch die Bestände in Deutschland bedroht. Quelle: dpa
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Leipzig

Die Afrikanische Schweinepest wird nach Meinung eines Experten für Tierhygiene wohl um Deutschland keinen Bogen machen. „Die Situation ist ernst. Das Virus ist in Polen und Tschechien nicht getilgt worden. Die Herde kommen näher“, sagte Prof. Uwe Truyen, Direktor des Instituts für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen der Universität Leipzig. Die Behörden könnten die grüne Grenze nicht komplett abschotten. „Und wenn ein Mensch ein kontaminiertes Stück Fleisch oder Wurst achtlos wegwirft, und ein Wildschwein dieses frisst, ist die Seuche hier.“

Sollten Schweinehalter nun ihre Sicherheitsmaßnahmen nochmals verschärfen, wäre das „clever“, betonte Truyen. Sich von der Außenwelt abzuschotten und niemanden auf den Hof zu lassen, könnte eine sinnvolle Maßnahme sein.

Seit Monaten bereiten sich Bund und Länder auf den „worst case“ (schlimmsten Fall) eines möglichen Ausbruchs der Seuche in Deutschland vor. Die Jagd auf Wildschweine wurde intensiviert. Wesentlich mehr Schwarzkittel als bisher sollen vorbeugend abgeschossen werden.

Schweinehandel könnte zusammenbrechen

Sollte die Schweinepest auf einem Hof festgestellt werden, muss der gesamte Bestand umgehend getötet und die Kadaver unschädlich beseitigt werden. „Zudem wird ein Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern angelegt, und die Tiere in diesem Bereich werden untersucht“, erläuterte der Hygieneexperte. Der Handel mit den Schweinen aus diesen Betrieben wird sofort untersagt, eine Schlachtung nicht infizierter Tiere ist nur mit Genehmigung möglich. Für die betroffenen Landwirte gebe es dann zwar eine Entschädigung. „Aber das ist nur ein kleiner Trost, der vielleicht den Konkurs verhindert. Aber welcher Landwirt steht schon gerne in einem verlassenen Stall.“

Zudem befürchtet Truyen, dass bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland auch der Schweinehandel mit Nicht-EU-Ländern zusammenbricht. „Russland und China sollen bereits angekündigt haben, dass sie in dem Fall kein Schweinefleisch mehr aus Deutschland kaufen würden.“

Die Seuche ist über Georgien und Russland in die EU eingeschleppt worden, inzwischen wurde sie in sechs Mitgliedstaaten nachgewiesen. In Polen ist die Schweinepest bis westlich der Hauptstadt Warschau vorgedrungen. Zwischen Ende November und Anfang Januar gab es in Polen nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts 279 neue Erkrankungsfälle bei Wildschweinen. Die Lage dort wurde von den Forschern als besorgniserregend eingeschätzt.

Die afrikanische Schweinepest führt bei Haus- und Wildschweinen zu Erkrankungen, die fast immer tödlich sind. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht dagegen nicht.

LVZ

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