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Mitteldeutschland Aktivisten: „Haben Braunkohlebagger in Tagebau bei Leipzig besetzt“
Region Mitteldeutschland Aktivisten: „Haben Braunkohlebagger in Tagebau bei Leipzig besetzt“
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20:26 05.12.2015
Klimaaktivisten haben am Sonnabend nach eigenen Angaben einen Braunkohlebagger im Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“ gestoppt. Sie fordern einen System- statt Klimawandel. Quelle: Ende Gelände
Leipzig

Klimaaktivisten haben am Sonnabend nach eigenen Angaben einen Braunkohlebagger im Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“ gestoppt. Wie die Gruppe „Ende Gelände“ mitteilte, seien zehn ihrer Mitglieder am Vormittag in Schutzanzügen auf das Betriebsgelände der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) eingedrungen. Auf dem Areal im Süden von Leipzig hätten sie einen der Großraumbagger besetzt, sodass „dessen Arbeit daraufhin eingestellt werden musste“. Die Mibrag war am Sonnabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Eine Bestätigung, ob sich der Vorfall genauso ereignet hat, liegt bislang nicht vor. Dem Lagezentrum der Polizei war der Sachverhalt zunächst nicht bekannt.

Anlass für die Aktion war nach Angaben von „Ende Gelände“ der Weltklimagipfel, der derzeit in Paris stattfindet: „Schon seit Jahren werden die Klimaverhandlungen von großen Unternehmen beherrscht, die kein Interesse an echtem Klimaschutz haben.“ Daher rechnen die Aktivisten auch beim aktuellen Gipfel nicht mit substanziellen Ergebnissen.

Aktivisten fordern System- statt Klimawandel

„Deswegen gehen wir das Problem hier vor Ort an: Die Braunkohle muss im Boden bleiben. Sie ist die dreckigste Energiequelle Deutschlands und wird massiv subventioniert“, begründet die Gruppe ihr Vorgehen. Am Rand des Tagesbaus Schleenhain positionierte sie sich mit einem Transparent, auf dem sie einen Systemwandel forderte, um den Klimawandel aufzuhalten, der die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstöre. Danach verließ sie das Gelände wieder, ohne dass es zum Kontakt mit der Polizei oder dem Wachschutz gekommen sei.

„Uns ist es auch wichtig, dass die Bergbau-Arbeiter hier vor Ort wissen, dass wir nicht gegen sie sind“, fügten die Aktivisten an. „Wir brauchen eine sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft und dazu gehört auch eine Absicherung der Menschen.“ Erneuerbare Energien böten schon jetzt weitaus mehr Arbeitsplätze als die fossilen. Gemeinsam wolle man in diesem Bereich für gute Arbeitsbedingungen kämpfen.

Weitere Proteste angekündigt

Das Bündnis „Ende Gelände“ hat bereits weitere Proteste angekündigt. So soll es am Pfingstwochenende eine „ähnliche Aktion zivilen Ungehorsams“ in der Lausitz geben.

Im Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“ werden jährlich bis zu elf Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert, wie die Mibrag auf ihren Internetseiten schreibt. Die Abraummenge beträgt mehr als 30 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Der Großteil der Braunkohle wird über eine Bandanlage direkt an das Kraftwerk Lippendorf geliefert, wo unter anderem Fernwärme für Leipziger Haushalte erzeugt wird.

Von Michael Frömmert

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