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Albi hat nach Edeka-Einstieg mit Absatzschwund zu kämpfen

Albi hat nach Edeka-Einstieg mit Absatzschwund zu kämpfen

Trotz Einnahme-Einbrüche bei Albi gibt es keine Auswirkungen auf den Mitteldeutschen Schwesterbetrieb Sonnländer bei Rötha. Nach der Übernahme der Saftmarke durch Edeka nehmen immer mehr Supermärkte Albi aus dem Sortiment. Die Branche geht von einem Umbau der Marke durch den neuen Eigentümer aus.

Edeka übernahm die Kelterei in Rötha Anfang 2013.

Berghülen/Rötha. Im Dezember hatte die Übernahme von Albi durch Edeka noch Hoffnungen genährt, die Marke bald auch in Rötha bei Leipzig abzufüllen. Denn die dortige Saftkelterei gehört schon seit fünf Jahren zu dem Handels- riesen. Doch stattdessen hat das Albi-Stammwerk in Berghülen bei Ulm (Baden-Württemberg) nun mit einem Absatzeinbruch zu kämpfen. Weil Albi jetzt zu Edeka gehört, nehmen immer mehr andere Supermärkte die Marke aus dem Sortiment.

Umbau der Marke Albi

„Seit der Übernahme hat sich die negative Mengenentwicklung weiter verstärkt und betrifft vornehmlich die Markensäfte von Albi“, bestätigte Edeka-Sprecher Gernot Kasel gestern auf LVZ-Anfrage. Laut „Lebensmittel-Zeitung“ haben inzwischen Rewe, Metro, Kaufland und Lidl die Marke aus dem Sortiment genommen. Der neue Eigner steuert nun gegen und baut das Albi-Angebot in den eigenen Läden aus – vor allem bei der Tochter Netto. Dort wurden Albi-Säfte Anfang März zu Kampfpreisen ins Sortiment gedrückt.

„Durch die verstärkte Belieferung der Unternehmen des Edeka-Verbunds – und insbesondere von Netto Marken-Discount – haben wir es geschafft, einen Teil dieser Ausfälle zu kompensieren“, erklärte Kasel. Ganz geschlossen werden konnte das Loch, das durch das Auslisten bei der Konkurrenz gerissen wurde, dadurch aber nicht. Das hat im Albi-Stammwerk in Berghülen jetzt Konsequenzen: Keine 100 Tage nach der Übernahme muss Edeka dort schon Stellen streichen. Wegen der rückläufigen Produktion müsse man „nun auch eine Anpassung des Personalbedarfs nachholen“, sagte Kasel. Entlassen werde zwar niemand, doch man müsse sich dort „von einigen befristet angestellten Mitarbeitern trennen“. Wie viele der bisher 120 Mitarbeiter am Standort betroffen sind, ließ Edeka offen. Auf die anderen Sonnländer-Standorte hat das aber keine Auswirkungen, versichert Kasel. „Die bisherigen Standorte und insbesondere Rötha sind nicht davon betroffen.“

Ergänzung der ostdeutschen Saft-Standorte

Edeka hatte Albi im Dezember übernommen und in die auch in Rötha aktive Tochter Sonnländer inte- griert. Ziel war es damals, die bekannte Marke Albi am Markt zu halten. Zusätzlich wollte Edeka an dem neuen Standort auch die Eigenmarken wie „Edeka“ und „gut & günstig“ abfüllen, die bisher nur in Rostock und Rötha hergestellt werden. Der neue Standort in Baden-Württemberg sei hier eine perfekte regionale Ergänzung zu den beiden reinen Ost-Standorten, hieß es damals intern. Inzwischen wird in der Branche aber davon ausgegangen, dass auch die Marke Albi nun zur Premium-Eigenmarke von Edeka umgebaut wird.

Schon vor dem Edeka-Einstieg hatte der 1928 gegründete Familienbetrieb mit wegbrechenden Aufträgen von Supermarktketten zu tun, die dort früher ihre Eigenmarken abfüllen ließen. Vor zwei Jahren wurde bereits ein Abfüllwerk in Magdeburg geschlossen. „Schon vor der Übernahme durch Edeka ist das Produktionsvolumen des Werkes durch den Abzug von Handelsmarken deutlich gesunken“, erklärte Kasel. „Aufgrund der drohenden Insolvenz von Albi haben wir sehr kurzfristig entschieden, Verantwortung für den Betrieb und die Beschäftigten zu übernehmen.“

Auch die Kelterei in Rötha hatte Edeka Anfang 2013 vor der Pleite gerettet: Der Standort wurde zusammen mit dem insolventen Mutterbetrieb Elro aus Rostock übernommen und unter dem neuen Firmennamen Sonnländer in die Edeka-Gruppe integriert. Seither hat der Konzern kräftig in den Betrieb investiert. Die komplette PET-Einwegflaschen-Abfüllung wurde in Rötha konzentriert, Glasflaschen und Tetrapaks komme aus Rostock. Auch die zentrale Verwaltung der Tochter verlegte Edeka von Rostock nach Rötha. Der Standort hat inzwischen 150 Mitarbeiter.

Von Frank Johannsen

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