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Mitteldeutschland Eilenburger Amtsgericht verurteilt Schokoeier-Dieb aus Taucha
Region Mitteldeutschland Eilenburger Amtsgericht verurteilt Schokoeier-Dieb aus Taucha
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14:55 27.03.2018
Das Eilenburger Amtsgericht. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Dieses Gerichtsverfahren ging offensichtlich nach hinten los. Vor dem Eilenburger Amtsgericht war Andy G. (Name geändert) wegen Diebstahls mit einer Waffe angeklagt. Er soll in einem Tauchaer Supermarkt drei Schoko-eier gestohlen haben. Wert der Ware: nicht einmal ein Euro. Dabei hatte ihn ein Detektiv beobachtet, gestellt und letztlich die Sache zur Anzeige gebracht.

Im Bericht des Detektiv hieß es später, der Dieb hätte griffbereit Pfefferspray in der Jacke gehabt. Auch eine Schere sei im Rucksack des Diebes gesehen worden. Für die Staatsanwaltschaft Grund genug, beide Gegenstände als Waffen zu definieren, mit denen sich der Angeklagte gegebenenfalls bei einem Zugriff hätte wehren können.

Heißhunger auf Schokoeier

Vor Gericht schilderte der Angeklagte, dass er die Tüte mit Schokoeiern beim Schlendern durch die Getränkeabteilung in einem Bierkasten gesehen habe. „Die Tüte war bereits geöffnet, es lagen noch vier Eier drin, drei nahm ich raus, steckte sie mir in die Jackentaschen. Ich hatte einfach Heißhunger“, erzählte Andy G. Zusätzlich nahm der Angeklagte eine Flasche Bier mit, bezahlte sie ordnungsgemäß und wurde dann aber nach dem Verlassen des Kassenbereiches aufgehalten. Der Hausdetektiv kreuzte seinen Weg und führte ihn in einem Bereich, der nur für Mitarbeiter zugänglich war. Er sei befragt, auch die Schokoeier seien gefunden worden. Eine Durchsuchung seiner Sachen habe jedoch nicht stattgefunden, beteuerte Andy G. vor Gericht. Die Richterin stellte eine Diskrepanz zum Bericht des Detektiv fest.

Detektiv sagt als Zeuge aus

Weil der Detektiv jedoch nicht auf der Liste der Zeugen stand, musste dieser zusätzlich geladen und die Verhandlung zunächst unterbrochen werden. Für Richterin Petra Wendtland schien die Situation völlig unbefriedigend. All diese Ermittlungen hätten im Vorfeld der Verhandlung durch die Behörden längst abgeschlossen sein können.

Der zweite Termin brachte indes keine gravierend neuen Erkenntnisse. Der Kaufhaus-Detektiv konnte sich zwar an den Angeklagten erinnern, jedoch nicht mehr an die Schere und das Pfefferspray. Warum beides aber im Bericht auftauchten, konnten er sich nicht erklären.

Für das Gericht blieb damit unbewiesen, dass der Angeklagte bei seinem Diebstahl tatsächlich „Waffen“ dabei hatte. Es verurteilte deshalb Andy G. wegen einfachen Diebstahls zu einer Geldstrafe von zehn Tagesätzen zu je zehn Euro. Die drei, nicht einmal einen Euro teuren Schokoeier kommen dem Angeklagten damit immer noch teuer genug.

Von Ditmar Wohlgemuth

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