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Mitteldeutschland Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Sachsen haben sich fast verdreifacht
Region Mitteldeutschland Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Sachsen haben sich fast verdreifacht
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13:20 11.01.2015
Dresden

Damit hat sich die Zahl seit 2013 nahezu verdreifacht - insgesamt 15 Fälle listete das Ministerium damals auf. 2012 waren es acht Übergriffe auf Asylbewerberheime gewesen.

Bei den meisten der seit 2012 registrierten Straftaten handelte es sich laut Behörde um Propagandadelikte (25 Fälle). „Etwa Schmierereien von Hakenkreuzen oder SS-Runen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Sachbeschädigung registrierte das Ministerium in 14 Fällen, in acht weiteren Volksverhetzung. In neun Fällen lagen Gewalttaten zugrunde, bei denen es laut Ministerium um körperliche und tätliche Auseinandersetzungen ging.

Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis Bautzen attackiert, allein 12 Übergriffe meldet das Innenministerium für die Region. In Dresden wurden sechs Angriffe gezählt, in Chemnitz und im Erzgebirgskreis waren es fünf. 

„Unsere Verantwortung für Flüchtlinge umfasst zu allererst den Schutz von Leib und Leben“, erklärte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU). Deshalb führe das Operative Abwehrzentrum (OAZ) alle Ermittlungen zu Angriffen auf Asylbewerberunterkünfte in Sachsen. Das OAZ bündelt die Aktivitäten der Polizei im Kampf gegen Rechtsextremismus. 

Wie gefährdet ein Asylbewerberheim ist, wird von der zuständigen Polizeidirektion vor Ort eingeschätzt. Im Einzelfall würden entsprechende Vorkehrungen zum Schutz getroffen, hieß es. Zudem seien die Ausländerbehörden der Landkreise angehalten, gemeinsam mit der Polizei ein Sicherheitskonzept zu erstellen.

lvz

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