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Mitteldeutschland Aufkleber diffamieren Menschenkette gegen Neonazi-Demo in Dresden – Stadt will klagen
Region Mitteldeutschland Aufkleber diffamieren Menschenkette gegen Neonazi-Demo in Dresden – Stadt will klagen
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19:29 13.01.2012
Dieser Aufkleber, vermutlich aus dem linksradikalen Spektrum, zeigt die Menschenkette als Büttel der Neonazis. Quelle: DNNOnline
Dresden

Jetzt plant die Stadt eine Klage wegen Urhebeberrechtsverstößen.

„Für eine weltoffene Stadt. Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. " stand ursprünglich auf dem Plakat der Stadt Dresden, auf dem Politiker, Größen der Stadt und Bürger Hand in Hand für die Menschenkette am 13. Februar 2011 warben. Auf den nun kursierenden Aufklebern wurde das Motiv in diffamierender Weise entstellt. Die Köpfe einiger abgebildeter Menschenketten-Befürworter wurden durch die von Personen ersetzt, die die Urheber dem „rechten Spektrum" zuordnen. So finden sich unter anderem auf der Publikation die Konterfeis von Sachsen-NPD-Chef Holger Apfel, Joseph Goebbels und Thilo Sarrazin, ergänzt durch den Slogan: „13. Februar 2012, Rumstehen, wegsehen! Komm reih dich ein!" in altdeutscher Schrift. Bei der Stadt zeigte man sich indigniert: „Wir werden Urheberrechtsklage einreichen", kommentierte Sprecher Kai Schulz am Donnerstag.

Über die Urheber der Aufkleber, die vor allem im Umkreis der TU Dresden sowie in der Dresdner Neustadt angebracht und verteilt worden sind, herrscht derzeit Rätselraten. Erste Hinweise deuten an, dass sie aus der radikalen Antifa-Szene stammen könnten. „Offensichtlich soll die Menschenkette in Verruf gebracht werden, indem deren Organisatoren und Befürworter mit rechten Kreisen in Verbindung gebracht werden", vermutet Marcel Braumann, Sprecher der sächsischen Linken am Freitag gegenüber DNN-Online. Pikant: Ein weiteres aufgetauchtes Motiv zeigt die Menschenkette mit den Linken-Politikern Petra Pau und Andre Hahn als Handlanger für heranrückende Nazis.

Die Botschaft scheint klar: Wer sich der Menschenkette anschließt, der kann sich auch gleich auf die Seite der Nazis stellen. Dabei machen die Täter offenbar auch vor dem eigenen, dem Blockaden befürwortenden Lager nicht halt. „Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir beide Aktionen, die Menschenkette und Proteste in Sicht- und Hörweite der Nazis unterstützen", stellt Marcel Braumann klar. „Auch in diesem Jahr werden wir sowohl an den Protestaktionen des Bündnisses Dresden Nazifrei als auch an der Menschenkette teilnehmen." Der Sprecher des Bündnisses, Stefan Thiele, distanzierte sich am Freitag gegenüber DNN-Online von den Aufklebern. „So etwas haben wir nicht nötig. Unsere Kritik am Vorgehen der Stadt haben wir klar formuliert. Was diese Aufkleber dagegen transportieren sollen, erschließt sich uns nicht", so Thiele.

Fragen wirft vor allem die Tatsache auf, dass sich unter den vermeintlich rechten, in das ursprüngliche Plakat montierten Köpfen auch der von Versöhnungsaktivist und Startrompeter Ludwig Güttler befindet, der zuvor nie durch eine wie auch immer geartete Nähe zu rechten Positionen auffiel. Güttler setzte sich maßgeblich für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche ein, die heute weithin als Symbol für eine Versöhnung gilt, die insbesondere in radikal-antideutschen Kreisen als nicht hinnehmbar gilt. Das Büro des Musikers zeigte sich betroffen von der Aktion, möchte aber von rechtlichen Schritten absehen. „Wir wollen diese Sache nicht wichtiger machen als sie ist", kommentierte Büroleiter Martin Steude.

Jane Jannke

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