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Mitteldeutschland Bauschutt aus Atomkraftwerken – Grüne sehen Öffentlichkeit getäuscht
Region Mitteldeutschland Bauschutt aus Atomkraftwerken – Grüne sehen Öffentlichkeit getäuscht
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15:23 19.05.2018
Volkmar Zschocke (Grüne, Archivfoto) Quelle: dpa
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Dresden 

Die Grünen kritisieren eine fortgesetzte Lagerung von Bauschutt aus deutschen Atomkraftwerken (AKW) in Sachsen. Trotz angeblicher Vereinbarungen zwischen den Bundesländern lande immer neuer AKW-Bauschutt in Sachsen, erklärte Fraktionschef Volkmar Zschocke am Samstag in Dresden laut Mitteilung.

Seine Partei hatte dazu im Landtag eine Kleine Anfragen gestellt, über die am Samstag bereits die „Sächsische Zeitung“ berichtete. Die Grünen sehen die Öffentlichkeit hinters Licht geführt. Nach früheren Angaben von Umweltminister Thomas Schmidt und seines Vorgängers Frank Kupfer (beide CDU) habe es gar keine solchen Transporte in andere Bundesländer geben sollen.

Aus der Antwort des Umweltministeriums auf die Anfrage geht hervor, dass die Betreiber der Deponie Wetro (Landkreis Bautzen) 2017 einen Vertrag über die jährliche Annahme von 300 Tonnen Bauschutt aus dem AKW Stade (Niedersachsen) schlossen. Sachsens Behörden hatten gegen die bis Juni 2022 laufende Vereinbarung keine Bedenken geäußert, monierte Zschocke. Bis 2017 habe es Genehmigungen zum Lagern von insgesamt 15 000 Tonnen AKW-Schutt auf Deponien in Sachsen gegeben. Nun drohe zusätzlich die Lieferung tritiumhaltiger Betonblöcken mit einem Gesamtgewicht von 5000 Tonnen aus dem Forschungsreaktors MFZR Karlsruhe auf die Deponie Cröbern (Landkreis Leipzig).

„Ich fordere Umweltminister Schmidt auf, gegen die Transporte von Abfällen aus ehemaligen AKW nach Sachsen aktiv zu werden“, erklärte Zschocke.

Von schurig

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