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Mitteldeutschland Bericht: Jemenitische Entführer verlangen Gefangenen-Befreiung
Region Mitteldeutschland Bericht: Jemenitische Entführer verlangen Gefangenen-Befreiung
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16:03 17.01.2010
Eine Forderung der mutmaßlichen Entführer von fünf Deutschen im Jemen bringt nach einem Bericht die Bundesregierung in Zugzwang. Nach Angaben der jemenitischen Regierung verlangen die Geiselnehmer die Freilassung mehrerer Häftlinge. Quelle: dpa
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Sanaa/Bautzen

Die Islamisten sitzen derzeit in jemenitischen Gefängnissen und sollen im Gegenzug für die fünfköpfige Familie aus Sachsen freikommen, die im Juni im Norden von Unbekannten verschleppt wurde. Das Ehepaar mit drei Kindern stammt aus Meschwitz bei Bautzen und hatte in einem Krankenhaus der nördlichen Provinz Saada gearbeitet. In Sachsen hoffen die Angehörigen seit Monaten auf ein friedliches Ende des Dramas.

Neben dem Gefangenenaustausch fordern die Kidnapper laut „Spiegel“ ein Lösegeld in Höhe von zwei Millionen Dollar und Straffreiheit. Deutsche Sicherheitsbehörden sehen das demnach äußerst kritisch. Eine Freilassung islamistischer Terroristen wäre angesichts der zugespitzten Sicherheitslage international kaum vermittelbar.

Die sächsische Familie war im Juni 2009 mit weiteren Menschen entführt worden. Zwei junge deutsche Frauen - Bibelschülerinnen aus Niedersachsen - und eine Koreanerin - wurden später erschossen aufgefunden. Außerdem gehörte ein britischer Ingenieur zu der Gruppe. Von den Kindern war vor einigen Wochen ein Video aufgetaucht. Dagegen gibt es von den drei Erwachsenen bisher kein Lebenszeichen. In der Provinz liefern sich Regierungstruppen und schiitische Houthi- Rebellen seit August heftige Gefechte.

Unterdessen haben am Samstag jemenitische Sicherheitskräfte im Südosten des Landes drei als Militärs verkleidete El-Kaida-Terroristen gefasst. Das Verteidigungsministerium in Sanaa erklärte, die drei hätten Militäruniformen getragen und Sprengstoff sowie Schusswaffen bei sich gehabt. Sie seien nahe der Grenze zu Saudi- Arabien am Übergang Alb in der Provinz Hadhramout gestellt worden.

Die schiitischen Houthi-Rebellen beschuldigen die Regierung schon seit langem, sie habe sunnitische Extremisten, die sich ideologisch an El Kaida orientieren, als Hilfstruppen für den Kampf gegen die Rebellen rekrutiert. Im Norden kämpft die jemenitische Armee seit August gegen die schiitische Rebellenbewegung - seit einigen Wochen mit Unterstützung des von Sunniten regierten Nachbarlandes Saudi- Arabien. Die Rebellen erklärten am Samstag, sie hätten am Vortag an der Grenze zum Nachbarland einen saudischen Hubschrauber abgeschossen. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.

Der Jemen gilt bereits seit längerem als Rückzugsraum von Terroristen des Netzwerks El Kaida. Nach dem am ersten Weihnachtstag vereitelten Anschlag in einem Passagierflugzeug nach Detroit, der im Jemen geplant worden war, ist das südarabische Land verstärkt ins Visier ausländischer Geheimdienste geraten. Die Regierung in Sanaa hat jedoch betont, sie wolle den Kampf gegen El Kaida auf jemenitischem Boden alleine führen.

dpa

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