Volltextsuche über das Angebot:

-1 ° / -9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Besetzung von Stasi-Dienststellen möglicherweise von SED gelenkt

Besetzung von Stasi-Dienststellen möglicherweise von SED gelenkt

Die Besetzung von Stasi-Dienststellen durch DDR-Bürgerrechtler 1989 war möglicherweise von der SED gelenkt worden. Nach einem Forschungsprojekt des sächsischen und des Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Akten gebe es Hinweise, dass die Partei den Geheimdienst zum Sündenbock machte, um von der eigenen Verantwortung abzulenken.

Voriger Artikel
Neues Netzwerk soll Ärztenachwuchs sichern
Nächster Artikel
Autobahn 14 nach Unfall voll gesperrt

m 4. Dezember 1989 sind die Stasi-Bezirksverwaltungen in Erfurt, Leipzig und Rostock sowie eine Reihe von Kreisdienststellen schlagartig von Bürgerrechtlern besetzt worden.

Quelle: Uwe Pullwitt

Am 4. Dezember 1989 waren die Stasi-Bezirksverwaltungen in Erfurt, Leipzig und Rostock sowie eine Reihe von Kreisdienststellen schlagartig von Bürgerrechtlern besetzt worden. Am nächsten Tag folgte Dresden. Dabei sei nicht alles spontan verlaufen, erklärte der sächsische Landesbeauftragte Michael Beleites. „Die Bezirks- und Militärstaatsanwaltschaften, bisher enge Verbündete der Stasi, handelten plötzlich in allen Bezirksstädten synchron.

Selbst an Orten, an denen es keine Bürgerkomitees gab, haben Stasi und Staatsanwaltschaft von sich aus die SED-Presse und Bürgervertreter eingeladen, damit sie die Versiegelung der Archive dokumentierten. Damit sollte die Erstürmung der Dienststellen verhindert werden.“ Beleites betonte, es sei bleibendes Verdienst der Bürgerrechtler, die Aktenvernichtung gestoppt zu haben.

Gemeinsam mit seinem Berliner Amtskollegen Martin Gutzeit geht er derzeit in einem Forschungsprojekt der Frage nach, ob die SED die Aktionen inszenierte. Die Arbeit sei noch nicht abgeschlossen, sagte Beleites. Ein Ergebnis der Besetzungen sei jedoch auffällig: „Die Partei geriet insgesamt aus der Schusslinie.“

Auf scharfe Kritik stößt das Forschungsprojekt bei Tobias Hollitzer, Chef des Leipziger Stasi-Museums. „Die Besetzung war einer der großen Siege der Friedlichen Revolution und keinesfalls im Interesse der SED oder der Staatssicherheit", sagte Hollitzer. Der Gedanke, dass die Partei das Vorgehen gesteuert haben könnte, sei absurd, dafür fehle jeder Beweis, sagte er.

Gutzeit verwies dagegen auf Verhandlungen, die Bürgerrechtler in Berlin am 3. und 4. Dezember 1989 mit Regierungschef Hans Modrow, dem damaligen Geheimdienstchef Wolfgang Schwanitz, dem DDR-Innenminister und dem stellvertretenden Generalstaatsanwalt führten. Dabei sei besprochen worden, ob man einer Erstürmung der Leipziger Geheimdienstzentrale durch eine geordnete Besichtigung zuvorkommen könnte.

Armin Görtz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Mitteldeutschland
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Reisemarkt

    Lust auf Urlaub? Der LVZ Reisemarkt präsentiert am 2. und 3. Februar 2018 Traumziele fern und nah. Alle Infos zu den Ausstellern und zum Programm g... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die aktuelle Runde läuft. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr