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Mitteldeutschland Bessere Möglichkeiten für Carsharing-Unternehmen in Sachsen
Region Mitteldeutschland Bessere Möglichkeiten für Carsharing-Unternehmen in Sachsen
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14:39 25.08.2018
Pkws eines Carsharing-Anbieters. (Archivfoto) Quelle: dpa
Dresden

Mit Carsharing-Autos die nötigen Fahrten unternehmen  - das soll künftig in sächsischen Städten einfacher werden. Damit es mehr Extra-Parkplätze für Carsharer gibt, will das Verkehrsministerium das Straßengesetz ändern und hat den Entwurf zur Anhörung freigegeben. Die Entscheidung für die Parkplätze liege jedoch letztlich bei jeder einzelnen Kommune, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Diese könnten bereits eigene Regelungen erlassen.

Mit der Neuregelung setzt Sachsen ein Carsharing-Gesetz des Bundes in Landesrecht um, das vor etwa einem Jahr in Kraft getreten ist. Die Kommunen sollen Rechtssicherheit bekommen, um die Extra-Parkplätze ausweisen zu können. Damit wolle man das „Teilen von Fahrzeugen erleichtern und die Zahl der Nutzer erhöhen“, erklärt Verkehrsminister Martin Dulig (SPD). „Insbesondere in größeren Städten hat sich diese Dienstleistung zu einem wichtigen Baustein eines nachhaltigen Mobilitätsangebots entwickelt.“

Der Bundesverband Carsharing in Berlin kritisiert das sächsische Gesetz als zu restriktiv. „Das geht auch einfacher“, sagt Willi Lohse vom Bundesverband. Die Unterschiede zwischen den großen Städten mit möglicherweise mehreren Anbietern und den kleineren Orten werde nicht berücksichtigt. „Die Kommunen haben zu wenig Spielraum.“

Leipzig hat bisher 29 Mobilitätsstationen für den Nahverkehr eingerichtet. „Dabei entstanden auch 60 Carsharing-Stellplätze im öffentlichen Raum, 4 davon für das Elektro-Carsharing“, erklärt ein Stadtsprecher. In den nächsten Jahren solle es weitere Mobilitätsstationen geben. Der Carsharer in der Stadt habe Bedarf an weiteren Stationen angemeldet. Die Planungen dazu liefen gerade an. Eine Analyse habe ein Potenzial von etwa 1400 Carsharing-Fahrzeugen bis 2022 ergeben. Derzeit seien es etwa 400.

Das Carharing-Unternehmen Teilauto setzt große Hoffnungen auf das neue Konzept. „Immer mehr Menschen in Leipzig nutzen Carsharing“, sagt Teilauto-Geschäftsführer Michael Creutzer. „Es könnten deutlich mehr sein, wenn Stellplätze vorhanden wären. Die Nachfrage ist da, aber es wird immer schwieriger, anmietbare Flächen zu finden. Gleichzeitig fallen häufiger schon bestehende Stellplätze durch Bauvorhaben weg.“ Vor allem in den dicht bebauten innenstadtnahen Wohngebieten fehlten diese wie etwa in der Leipziger Südvorstadt, im Waldstraßenviertel und in Schleußig sowie in Dresden im Hechtviertel und in der Dresdner Südvorstadt. „Dort hätten wir gern noch weitere Stationen.“

Teilauto ist in 17 Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vertreten. Es hat nach eigenen Angaben rund 30.000 Nutzer.

So wie Leipzig will auch Dresden an zentralen Orten Mobilitätspunkte einrichten, wo Carsharing, Elektromobilität und Radverkehr und  öffentlicher Personennahverkehr miteinander verknüpft werden. Ein erster solcher Punkt ist am Pirnaischen Platz im Stadtzentrum vorgesehen. Weitere sind geplant wie etwa im Bereich des Elbeparks, einem großen Einkaufsparadies an der Autobahn A4 nach Chemnitz und Görlitz.

In Chemnitz gibt es laut Stadt noch keine flächenhafte Planung für Carsharingstellplätze. Einzelne Standorte auf privaten und öffentlichen Flächen seien aber vorhanden, heißt es. Im öffentlichen Verkehrsraum würden zurzeit wegen noch fehlender anderer gesetzlicher Grundlagen Sondernutzungserlaubnisse erteilt.

Von huebner.ralf