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News Bewährungsstrafe im Eisenacher Flugschau-Unglück

Bewährungsstrafe im Eisenacher Flugschau-Unglück

Im Berufungsprozess um das Eisenacher Flugschau-Unglück 2008 mit zwei Toten ist der Pilot zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Meiningen revidierte am Donnerstag das Strafmaß des Amtsgerichts Eisenach, das den Mann 2009 wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Gefährdung des Luftverkehrs zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt hatte.

Meiningen. Das Gericht ließ sich dabei auch von der Position der Hinterbliebenen leiten, die als Nebenkläger gegen eine Haftstrafe waren. Dies sei für eine Sühne nicht notwendig, argumentierte etwa der Vater des toten Mädchens und stellte die Frage: „Was ist der Preis für eine tote Tochter?“ Sie wollten den Angeklagten, der selbst Familie habe, nicht hinter Gittern sehen. „Ich habe ihm verziehen“, sagte der Mann. Das Urteil ist nicht noch rechtskräftig.

Gegen das Urteil von Eisenach hatten der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt. Der 38-Jährige hatte bei einer Flugschau die Kontrolle über seine startende Maschine verloren und war in die Menschenmenge gerast. Dabei waren eine 45 Jahre alte Frau aus Nordthüringen und ein 14 Jahre altes Mädchen aus Hessen getötet worden. Unter den 17 Verletzten waren acht Schwerverletzte, darunter der Pilot.

Der Meininger Staatsanwalt sprach von einer „grenzenlosen Selbstüberschätzung“ des Piloten, der nach nur 18 Flugstunden ein bis an die Grenze mit Wasser gefülltes Flugzeug fliegen wollte. Der Mann habe damit grob fahrlässig gehandelt und gegen verschiedene Regeln verstoßen. Er habe es in der Hand gehabt, das Unglück zu verhindern. Dem Veranstalter träfe allerdings eine gewisse Mitschuld. Sie hätten den Mann nicht starten lassen dürfen.

Der zweifache Familienvater aus dem Ilm-Kreis hat inzwischen in einem Täter-Opfer-Ausgleich 15 000 Euro und einen vom Landgericht nicht näher bezifferten weiteren hohen Geldbetrag an die Hinterbliebenen gezahlt. Dies will und muss er laut Urteil auch in der dreijährigen Bewährungszeit tun. Vor dem Landgericht Hamburg wird derzeit geprüft, ob die Haftpflichtversicherung des Piloten die Schadensregulierung in Höhe von angeblich 1,2 Millionen Euro übernehmen muss.

dpa

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