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Mitteldeutschland Blutkonserven in Sachsen werden knapp
Region Mitteldeutschland Blutkonserven in Sachsen werden knapp
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21:15 13.06.2018
Quelle: dpa
Dresden

Anhaltende Hitze und lokale Unwetter lassen den Vorrat an Blutpräparaten in Sachsen deutlich schrumpfen. „Die Spenden gehen zurück, weil auch Gesunde bei der Hitze Kreislaufprobleme haben können oder Termine ausfallen“, sagte Kerstin Schweiger vom Blutspendedienst Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor dem Weltblutspendertag (14. Juni). Momentan hielten sich Bedarf und Spenden noch die Waage. „Die Situation ist angespannt, wir schauen von Tag zu Tag.“

Probleme wegen Überalterung

Laut Schweiger wird es generell immer schwieriger, die Versorgung zu sichern. „Wegen der demografischen Entwicklung scheiden derzeit pro Jahr bundesweit etwa 100 000 Blutspender altersbedingt aus.“ Und das werde sich noch verschärfen. Viele der Stammspender müssten schon früher aufhören - wegen allgemeiner gesundheitlicher Probleme. Im Gegenzug gebe es nicht so viele Menschen ab 18 Jahren, die die Lücke füllen könnten - und wollten. Bis 30 seien sie erstmal mit Karriere und Familiengründung befasst.

„Jeder Blutspender ist ein möglicher Lebensretter. Wir allen können durch einen Unfall oder eine Erkrankung in die Situation kommen, in der wir auf das Blut fremder Menschen angewiesen sind“, erklärte die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Auch weiterhin würden dringend Spenderinnen und Spender benötigt, um Leben zu retten und die medizinische Versorgung zu sichern: „Wer Blut spendet, gibt Leben weiter. Wer Blut spendet, schenkt Zeit und schenkt anderen Menschen Aufmerksamkeit.“

Drei Prozent statt 33

In Deutschland dürfen Erwachsene ohne gesundheitliche Probleme vom 18. bis zum 73. Geburtstag spenden - Frauen viermal und Männer bis zu sechsmal pro Jahr. Konserven sind 35 bis 42 Tage einsetzbar, die aus den Blutspenden gewonnenen Präparate nur fünf Tage. „Blut ist nicht künstlich herstell- und aufbereitetes Spenderblut nur kurz haltbar“, erklärte Schweiger. Pro Jahr werden laut DRK-Blutspendedienst im Freistaat 170 000 Vollblutspenden entnommen. Analog zur Situation bundesweit geben im Freistaat drei Prozent der Bevölkerung etwas von ihrem Lebenssaft ab. Damit ist das Potenzial zu einem Zehntel ausgeschöpft. „Spendentauglich sind fast 33 Prozent“, berichtete Schweiger.

Spenden aktuell besonders wichtig

Wenn, dann helfe eine Spende jetzt. Laut Schweiger kann ein Loch in der Versorgung später nicht mehr aufgeholt werden, auch wegen der Fußball-Weltmeisterschaft. Bei der Blutspender-Gewinnung haben die Akteure vor allem die Menschen zwischen 30 und 50 Jahren im Blick, die bisher nicht spenden. In den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er und 1970er sei sehr viel Potenzial, auch weil diese noch zehn bis 30 Jahre aktiv sein könnten. „Und Erstspender kann man bis zum 65. Lebensjahr werden.“

Der Weltblutspendertag wurde 2004 von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften ins Leben gerufen. Er macht jedes Jahr am 14. Juni auf die Bedeutung der Blutspende und das damit verbundene soziale Engagement von Spendern weltweit aufmerksam.

Von LVZ

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