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Mitteldeutschland Bodo Ramelow vor spannender Abstimmung - Jenaer Professor steht für die CDU bereit
Region Mitteldeutschland Bodo Ramelow vor spannender Abstimmung - Jenaer Professor steht für die CDU bereit
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08:30 05.12.2014
Will bundesweit erster Ministerpräsident der Linken werden: Bodo Ramelow. Quelle: Martin Schutt
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Erfurt

Schon ein Abweichler könnte bei der Abstimmung am Freitag reichen, um Ramelow bei seiner Wahl zum bundesweit ersten Regierungschef der Linken scheitern zu lassen. 

Die CDU will den ehemaligen Jenaer Uni-Rektor Klaus Dicke bei einem eventuellen dritten Wahlgang gegen Ramelow ins Rennen schicken. Landtagsfraktionschef Mike Mohring und Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hätten Dicke gebeten, bei einem möglichen dritten Wahlgang anzutreten. „Wenn Ramelow zweimal scheitert an seiner eigenen Koalition, ist Dicke unser überparteiliches Angebot an diejenigen, die Ramelow in den dritten Wahlgang gezwungen haben“, sagte Mohring dem MDR.

Ramelow zeigte sich zuversichtlich, dass das Dreierbündnis mit der knappen Mehrheit von einer Stimme bereits im ersten Wahlgang Erfolg hat. „Es wird politisch nichts schief gehen“, sagte er. Nach wochenlangen Verhandlungen hatte das rot-rot-grüne Bündnis unter Führung der Linkspartei am Donnerstag seinen Koalitionsvertrag unterzeichnet. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hatte zuvor ausgeschlossen, dass sie antritt.

Der Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Volker Kauder, sagte, SPD und Grüne würden einen schweren Fehler machen - „auch bundespolitisch“. Kauder betonte, die Landesverbände der Parteien entschieden eigenständig und die Union werde ihre Arbeit im Bund mit der SPD professionell fortsetzen. „Dennoch würde ich der SPD die Wahl eines linken Ministerpräsidenten nicht so schnell vergessen.“

Thüringens SPD-Vorsitzender Andreas Bausewein kündigte den Linken eine „Konfrontation mit der Realität“ in der künftigen Landesregierung an. „Sie kann nur das Geld ausgeben, das da ist“, sagte Bausewein in einem Interview der „Thüringischen Landeszeitung“. 

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner bezeichnete die Koalitionspartner der Linkspartei in Thüringen als „Steigbügelhalter“. SPD und Grüne hätten offenkundig ihren inneren Kompass verloren, sagte Lindner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Vor dem Thüringer Landtag protestieren Bürger am 04.12.2014 in Erfurt gegen eine rot-rot-grüne Koalition und einen Linke-Ministerpräsidenten. Quelle: dpa

Am Donnerstagabend protestierten in Erfurt nach Polizeiangaben 1500 Menschen gegen das Bündnis unter Führung der aus der SED hervorgegangenen Linkspartei. Demonstranten hielten Plakate mit Aufschriften wie „Rettet Thüringen vor Blutrot, Rot und Grün“ in den Händen. Ein Polizeisprecher sprach von einem „breiten bürgerlichen Spektrum“. Eine Gegenbewegung auf der Straße setzte sich zeitgleich für Ramelow ein.

dpa

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