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Mitteldeutschland Brand im Lödlaer Forst: Nur Regen kann löschen
Region Mitteldeutschland Brand im Lödlaer Forst: Nur Regen kann löschen
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15:55 05.07.2018
Die Feuerwehr Lödla bekämpft am Sonntag und Montag Unterholzbrände im Lödlaer Forst. Seit Dienstag ist das Betreten des Areals über dem brennenden Kohleflöz verboten. Quelle: FW Lödla
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Lödla

Mal steigen zwei Rauchsäulen gen Himmel, wenig später qualmen drei Glutnester. Das Betreten des Lödlaer Forsts im Altenburger Land ist seit Dienstag verboten. Die unterirdischen Brände des Kohleflözes, die am Sonntag wegen der großen Trockenheit an die Oberfläche gelangt sind, gelten als zu gefährlich. Nicht einmal Feuerwehrleute dürfen das 46 000 Quadratmeter umfassende Gelände zwischen Lödla und Rositz noch betreten. Sogenannte Setzungen sind der Grund dafür. Die schwelende Glut hinterlässt nämlich Hohlräume, die zusammensacken können. Die Fallen können lebensbedrohlich sein.

Brennender Kohleflöz: Hoffen auf Regen

„Wir hoffen dringend auf Regen“, sagt Lödlas Bürgermeister Torsten Weiß (CDU). Denn eine effektive Bekämpfung des Brandes sei nicht möglich, hat sich der CDU-Politiker von den Fachleuten der Betriebsfeuerwehr der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) sagen lassen. Nicht einmal Löschhubschrauber könnten die unterirdischen Brände eindämmen. „Man bräuchte viel Wasser, wir müssten das gesamte Areal fluten“, erklärt Weiß. Doch hinter dem künstlichen Damm im Westen des entzündeten Gebiets, das einer Privatperson gehört, stehen Wohnhäuser. „Wir wüssten ja gar nicht, ob der Damm das Wasser aushält“, verwirft Weiß die Idee. Für die Anwohner drohe durch die Brände bislang keine akute Gefahr, sagt er.

Bürgermeister schätzt Lage als „nicht ganz prekär“ ein

Gemeindemitarbeiter beobachten die Entwicklungen im Forst täglich. „Es ist verrückt, das kann man sich gar nicht vorstellen“, beschreibt Weiß die Glutnester. Doch er schätzt die Lage als „nicht ganz prekär“ ein: Das läge auch am Birkenwald, der die Kohleflöze umschließt. „Birken bilden keine Wipfelfeuer, wie etwa Nadelhölzer“, so Weiß. Dadurch springen die Flammen nicht von Baum zu Baum. Die Waldbrandgefahr ist daher gering.

Unterirdische Brände seit 1945

Ab etwa 1900 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde zwischen dem Lödlaer Ortsteil Rödigen und der Zeitzer Straße Kohle- und Aschestaub abgelagert. Im Februar 1945 trafen Bomben, die wohl dem Teerverarbeitungswerk Rositz galten, auch das Areal. Vermutlich hat sich damals der Kohleflöz entzündet. Seitdem schwelt es unter dem Gebiet, das etwa so groß ist wie drei Fußballfelder.

Hin und wieder dringt das Feuer an die Oberfläche. Zuletzt brannte der Wald während einer Trockenperiode vor sechs oder sieben Jahren, sagt Weiß. Er war damals noch nicht im Amt. Seit Sonntag lodert es nun wieder im Wäldchen bei Lödla. „Eine richtige Lösung habe ich dafür nicht“, gibt Weiß zu. Er steht in Kontakt mit dem Besitzer des Areals, will fachlichen Rat einholen. Das nachhaltigste Krisenmanagement verspricht er sich aber vom „richtigen Wetter“ – endlich Regen.

Von Theresa Held

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