Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Brisante Unwetterlage: Sachsen bekommt „Streifschuss“ ab
Region Mitteldeutschland Brisante Unwetterlage: Sachsen bekommt „Streifschuss“ ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:04 29.05.2018
Blitzeinschlag in Bad Homburg (Hessen). Die ungewöhnlich lange Hitzewelle Ende Mai sorgt auch immer wieder für heftige Gewitter, die lokal unwetterartig sind. Quelle: dpa
Leipzig

Das Schwitzen geht weiter: Der Hochsommer Ende Mai wird wohl auch in den Juni hineinreichen. „Gefühlt finden wir in vielen Regionen Deutschlands seit April im Sommer-Modus. Nach dem rekordwarmen April ging es direkt über in den sehr warmen Mai und auch dieser Monat könnte zum Rekordmonat werden„, sagt Dominik Jung von Wetter.net. Gestern wurden stellenweise Spitzenwerte bis 33 Grad im Schatten gemessen. Unter anderem meldete Torgau satte 32 Grad. Und es geht weiter: „Schauen wir uns die aktuellen Wettermodelle an, dann ist keine Änderung der hochsommerlichen Wetterlage in Sicht. Auch die nächste Woche könnte wieder sehr warm bis heiß werden“, so Jung. All das könnte auch schon ein Vorgeschmack auf die Sommer-Urlaubszeit werden – einige US-Forscher sehen mehrere Hitzewellen auf Deutschland zukommen.

Sogar Tornados können sich bilden

Die Kehrseite der Medaille: Das Unwetter-Potenzial ist in den nächsten Tagen sehr hoch. Immer wieder entladen sich meist ab der zweiten Tageshälfte kräftige Hitzegewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Selbst die Bildung von Tornados ist möglich. Am heutigen Dienstag zieht die Unwetterfront von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen weiter nach Niedersachsen.

Starkregen wie im Vogtland wieder möglich

„Lokal kann es heftig zur Sache gehen. Stellenweise ziehen die Gewitter wieder nur sehr langsam bis gar nicht. Daher besteht erneut die Gefahr von Sturzregen mit Regenmengen von bis 100 Litern pro Quadratmetern und das binnen von ein bis zwei Stunden“, so Wettermann Jung. Das wäre eine ähnliche Gefahrensituation wie bei den schweren Überschwemmungen Ende letzter Woche im Vogtland.

Vorwarnung des Wetterdienstes für Teile Sachsens und Thüringens

Eine aktuelle Vorwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor Unwettern mit Hagel und Starkregen gibt es auch für Teile Sachsens und Thüringen. Vor allem zwischen Erfurt und Gera kann es teils heftig werden. In Sachsen gibt es dagegen wohl nur im Süden einen „Streifschuss“. Für den Raum Leipzig sieht Wetterexperte Jung bisher eine eher geringere Gewittergefahr. „Hier wird es wohl nur sehr heiß bleiben, bei bis zu 33 Grad. Von Mittwoch bis Sonnabend kann es aber bei Werten um die 30 Grad täglich sehr schwül werden. Das Potenzial für Gewitter ist in jedem Fall da.“

Die Unwetter-Grafik Quelle: wetter.net

Die große Dürre geht auch im Juni weiter

Eine Sache bleibt allerdings weiter aus: Ergiebiger Landregen. „Die Dürre, die vielen Landwirten schon sehr zu schaffen macht, geht in vielen Regionen weiter. Sturzregen hilft Natur und Landwirtschaft nicht wirklich, er richtet sogar großen Schaden an, da er das Erdreich wegschwemmt und dabei Pflanzen mitreißt“, so Jung. In der kommenden ersten Juni-Woche ist immerhin die latente Unwettergefahr erst einmal vorbei. „Die Wetterlage beruhigt sich. Dann scheint wieder meist die Sonne und es ist trocken. Dazu werden Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad erwartet“, so Jung. Lediglich an den Küsten ist es mit Werten von knapp 20 Grad dann etwas kühler.

Ist an der Mai-Hitze der Klimawandel schuld?

Erst der Rekord-April, nun offenbar ein Rekord-Mai und dazu Unwetter am Fließband: Ist das schon der Klimawandel? Diplom-Meteorologe Jung meint: „Es wird schwer das Ganze ohne das Stichwort Klimawandel zu erklären. In den vergangenen Jahren hat sich die Temperatur global erhöht. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kühle Luft. Ergo kann es auch mehr abregnen und zukünftig zu heftigeren Starkniederschlägen kommen.Genau das erleben wir in diesen Tagen wieder sehr eindrucksvoll.“

Von Olaf Majer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine Rede des AfD-Rechtsaußen André Poggenburg sorgte Anfang des Jahres aufgrund rassistischer Kommentare bundesweit für Aufsehen. Der AfD-Kreisverband Landkreis Leipzig hat ihn am Donnerstag nach Markkleeberg eingeladen.

30.05.2018

Kita-Gebühren belasten vor allem ärmere Familien. Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie geben sie anteilig zum Einkommen fast doppelt so viel aus wie wohlhabendere Eltern. LVZ.de zeigt, was Familien in Leipzig, Chemnitz und Dresden zahlen.

28.05.2018

So heiß wie am Montag war es in Teilen Sachsens im Mai noch nie. Landesweit wurden gleich an mehreren Stationen die Temperaturrekorde geknackt.

28.05.2018