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Mitteldeutschland Bundesfreiwilligendienst in Sachsen gut angenommen - Viele "Bufdis" sind Senioren
Region Mitteldeutschland Bundesfreiwilligendienst in Sachsen gut angenommen - Viele "Bufdis" sind Senioren
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23:27 02.04.2012
Quelle: dpa
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Berlin

Auf mehr Freiwillige kommt sonst nur noch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (8204), deutschlandweit wurden 37.796 Verträge gezählt - damit ist nahezu jeder siebte „Bufdi“ in Sachsen zu Diensten.

Mit rund 26.000 sind der Statistik zufolge mehr als zwei Drittel jünger als 27 Jahre. Nur Sachsen bildet hierbei eine Ausnahme: Knapp 1400 Freiwillige in dieser Altersgruppe machen lediglich gut ein Viertel aller „Bufdis“ im Freistaat aus - 73 Prozent sind dagegen älter: Knapp 1700 sind zwischen 27 und 50, fast 1300 zwischen 51 und 60 und sogar immer noch 625 sind älter als 60. Deutschlandweit gibt es 1895 Freiwillige, die älter als 60 Jahre sind.

Zimmermann vermutet, dass „insbesondere Langzeitarbeitslose den Dienst als einzige Chance ansehen, um wieder eine Perspektive auf Arbeit und einen Zuverdienst zu haben.“ Zudem würden einstige Ein-Euro-Jobs nun als Plätze im Bundesfreiwilligendienst angeboten. Die Arbeitsmarktexpertin der Linken im Bundestag forderte stärkere Kontrollen, ob der Zivildienst-Nachfolger reguläre Beschäftigung verdrängt. „Die Bundesfreiwilligen dürfen auch kein billiger Ersatz für Fachkräfte sein“, mahnte Zimmermann, die auch Chefin des DGB Südwestsachsen ist.

Der Bundesfreiwilligendienst hat nach dem Aussetzen der Wehrpflicht den Zivildienst ersetzt. Er dauert 6 bis 24 Monate, in der Regel ein Jahr. Männer und Frauen ab 16 Jahren können in Krankenhäusern oder Behindertenheimen eingesetzt werden, aber auch in Bildung, Kultur, Sport und anderen Bereichen. Freiwillige erhalten neben Unterkunft, Dienstkleidung und Verpflegung ein Taschengeld von monatlich maximal 330 Euro.

„Auch wenn die Bundesregierung den Bundesfreiwilligendienst schon als Erfolgsgeschichte feiert, so gibt es doch Anhaltspunkte für Fehlanreize“, kritisiert Zimmermann. Sie wies auch darauf hin, dass Menschen ohne Job, die in den Freiwilligendienst wechselten, damit aus der Arbeitslosenstatistik fielen. Aber „insbesondere Hartz-IV-Empfänger beenden dadurch ihre Hilfebedürftigkeit nicht“, warnte die Abgeordnete.

Und noch etwas unterscheidet Sachsen in der Freiwilligen-Statistik vom Bundesdurchschnitt: Während deutschlandweit mehr Männer (19.963 zu 17.833 Frauen) „Bufdi“ sind, ist es im Freistaat umgekehrt: 2756 Frauen, 2231 Männer.

Tino Moritz, dpa

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