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Mitteldeutschland Chemnitz-Leipzig mit dem Auto in einer Stunde soll ab 2012 möglich sein
Region Mitteldeutschland Chemnitz-Leipzig mit dem Auto in einer Stunde soll ab 2012 möglich sein
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19:11 22.12.2011
Die Autobahn 72 ist zwölf Kilometer länger geworden: Von Donnerstagnachmittag an können Autofahrer aus Richtung Vogtland über die Anschlussstellen Niederfrohna hinaus bis Rochlitz fahren. Quelle: Günther Hunger
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Niederfrohna

Nach vierjähriger Bauzeit ist der knapp 128 Millionen Euro teure Autobahnabschnitt zwischen der Anschlussstelle Niederfrohna und Rathendorf für den Verkehr freigegeben worden.

Was für Anwohner und Unternehmer der Region Erleichterungen mit sich bringt, bedeutet für die motorisierten Pendler zwischen beiden Städten nur neue Anschlussstrecken, aber noch längst keinen Durchbruch. Den soll es 2012 geben: Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) ließ keinen Zweifel daran, dass es im nächsten Jahr auch auf dem an Rathendorf anschließenden Teilstück bis südlich von Borna freie Fahrt geben wird. „Das schaffen wir“, sagte Morlok der Nachrichtenagentur dpa.

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Chemnitz. Wer mit dem Auto von Chemnitz nach Leipzig will, kann künftig länger Autobahn fahren. Schneller als bisher dürfte er aber nicht ankommen - auch wenn die Lücke der seit Jahren geplanten Autobahnverbindung nun zwölf Kilometer kleiner wird: Am Donnerstagvormittag will Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) den Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Niederfrohna und Rochlitz für den Verkehr freigeben.
Im Radiosender MDR Info fügte er hinzu: „Damit hätten dann die Autofahrer eine durchgehend vierstreifige Verbindung zwischen den Städten Chemnitz und Leipzig.“ Möglich wird dies durch die entsprechend ausgebaute Bundesstraße von der A38 bei Leipzig bis Borna. Damit dürfte dann eine Fahrtzeit von unter einer Stunde möglich sein - jetzt gelten noch etwa 80 Minuten als Durchschnitt.

Wann genau der Autobahn-Bau von Rathendorf bis Borna 2012 beendet sein werde und die Verkehrsfreigabe erfolgen könne, hängt nach Angaben des Ministers auch vom kommenden Winter ab. Ursprünglich sollte die komplette Autobahn zwischen Chemnitz und Leipzig schon zur Fußball-WM 2006 für den Verkehr freigegeben werden. Dieses Ziel war bei Beginn der Verlängerung der bis dahin vom Dreieck Bayerisches Vogtland nach Chemnitz reichenden A72 im November 2003 genannt worden. 62 neue Autobahn-Kilometer sollen dazu gebaut werden - ein Drittel ist mittlerweile befahrbar.

Vor acht Jahren waren noch etwas mehr 420 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt worden. Nun werden die Gesamtkosten vom Verkehrsministerium schon mit etwa 550 Millionen Euro angegeben - ein Zuwachs von mehr als 120 Millionen Euro. Beim sächsischen Anteil in Höhe von etwa 50 Millionen Euro sei es aber geblieben, hieß es am Donnerstag. Der Rest kommt von Bund und EU.

Wann es eine freie Autobahn-Fahrt zwischen Chemnitz und Leipzig geben wird, ist derzeit noch unklar. „Wir können jetzt noch keinen Fertigstellungstermin prognostizieren“, sagte Morlok. Er versicherte zugleich: „Die Fertigstellung der A72 ist ein Straßenverkehrsprojekt, das im Freistaat Sachsen höchste Priorität genießt.“

Mit der Freigabe des Zwölf-Kilometer-Abschnitts zwischen Niederfrohna und Rathendorf ist die A72 im Raum Chemnitz fertig - während für die Abschnitte zwischen Leipzig und Borna noch nicht einmal Baurecht vorliegt. Derzeit laufen dort noch die Planfeststellungsverfahren. Den ersten Planfeststellungsbeschluss erwartet Morlok in der ersten Jahreshälfte 2012. Anschließende Klagen etwa von Naturschützern sind nicht ausgeschlossen.

Zu dem im Verlauf des Donnerstags freigegebenen Abschnitt gehören eine 373 Meter lange Brücke über das Lochmühlental und eine 710 Meter lange Brücke über der Zwickauer Mulde bei Penig. Diese ist nach der nur 13 Meter längeren A17-Querung über das Lockwitztal die zweitlängste Autobahnbrücke in Sachsen.

Tino Moritz, dpa

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