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Christvesper vor der Dresdner Frauenkirche - Bischof Bohl mahnt zu Umkehr und Widerstand

Christvesper vor der Dresdner Frauenkirche - Bischof Bohl mahnt zu Umkehr und Widerstand

Der Bischof der evangelischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, hat angesichts der Atomkatastrophe in Japan und der Schuldenkrise die Rückkehr zum menschlichen Maß angemahnt.

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Auch in diesem Jahr waren rund 17.000 Besucher zur Christvesper auf dem Neumarkt.

Quelle: Stephan Lohse

Dresden. „Es wird Weihnachten, damit die Welt nicht bleibt, wie sie ist, sondern damit die Friedensbotschaft Christi und der Ruf zur Versöhnung ihr Ziel erreichen, damit die Welt verändert wird", sagte er vor rund 17.000 Menschen bei der traditionellen weihnachtlichen Vesper am Freitag vor der Dresdner Frauenkirche. „Diesem Fest geht es um die Umkehr zum Leben, um die Rückkehr zum menschlichen Maß." Statt eigensüchtig um sich selbst zu kreisen und gegeneinander um die besten Plätze zu kämpfen, sollte der Mensch dem Frieden dienen, „nach dem wir uns sehnen".

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Dresden. Der Bischof der evangelischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, hat angesichts der Atomkatastrophe in Japan und der Schuldenkrise die Rückkehr zum menschlichen Maß angemahnt. „Es wird Weihnachten, damit die Welt nicht bleibt, wie sie ist", sagte er vor rund 17.000 Menschen bei der traditionellen weihnachtlichen Vesper auf dem Neumarkt vor der Dresdner Frauenkirche.

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Gott wolle nicht, „dass die Starken auf Kosten der Schwachen leben, sondern dass wir einander die Lasten des Lebens tragen." Es sei nicht gut, nach mehr und immer mehr zu trachten. „Heillos sind die Folgen, wenn das Geld die Welt regiert", mahnte Bohl mit Verweis auf die Schuldenwirtschaft der Staaten, die das zusammenwachsende Europa in eine tiefe Krise stürzte. „Wohlstand auf Pump bleibt eine Illusion, Wachstum ohne Grenzen kann es nicht geben."

Angesichts der Verbrechen der Zwickauer Terrorzelle forderte Bohl auch Widerstand aus der Gesellschaft. Die neuen Nazis seien „eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben in unserem Land". Von den hasserfüllten Reden im Landtag führe eine direkte Linie zu den Mordtaten. Ein Verbotsverfahren schaffe diese nicht aus der Welt. „Es kommt darauf an, dass wir Bürger uns ihnen entgegenstellen, ihrer rassistischen Weltsicht, dem Judenhass und der Verherrlichung der Untaten der Nazi-Diktatur."

Die erste Vesper dieser Art gab es 1993 - an dem kurz zuvor aus den Trümmern freigelegten Altar des spätbarocken Gotteshauses, das 1945 zerstört und mit Hilfe von Spenden aus aller Welt wieder aufgebaut wurde. Seitdem kommen jährlich tausende Besucher, um sich am Tag vor Heiligabend auf das Weihnachtsfest einzustimmen.

dpa

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