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Mitteldeutschland Crystal sorgt für zunehmende Kriminalität in Sachsen - Zahl der Abhängigen steigt
Region Mitteldeutschland Crystal sorgt für zunehmende Kriminalität in Sachsen - Zahl der Abhängigen steigt
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22:34 25.03.2015
Die Droge Crystal Meth. Quelle: Arno Burgi
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Dresden

Ausschlaggebend für den Anstieg sei verstärkte Beschaffungskriminalität im Zusammenhang mit der Droge Crystal, sagte Ulbig.

„Der kritische Trend zeigt die große gesamtgesellschaftliche Herausforderung im Bereich Crystal." 40 272 Menschen wurden im vergangenen Jahr in Sachsen Opfer einer Straftat. Der durch Kriminalität entstandene Schaden lag bei 407 Millionen Euro, wobei knapp 70 Prozent davon auf Fälle von Insolvenzverschleppung (168 Millionen Euro) und Diebstahl (121 Millionen Euro) zurückgingen. Diebstähle machten mit mehr als 144 000 Fällen fast die Hälfte aller Straftaten aus. Die größten Steigerungen gab es beim Ladendiebstahl, Diebstahl aus Autos, von Fahrrädern oder Zahlungsmitteln wie Kredit- und EC-Karten.

Rauschgiftdelikte nahmen um 11,4 Prozent auf insgesamt 10 481 Fälle zu. Erstmals wurden die Crystal-Fälle separat erfasst. Sie machten mit 4968 knapp die Hälfte aller Rauschgiftdelikte aus. Schwerpunkt der Szene ist nach Angaben von Landeskriminalamtschef Jörg Michaelis Leipzig. In der Stadt habe auch die Zahl der Wohnungseinbrüche überproportional um mehr als 30 Prozent zugenommen. Sachsenweit dagegen gab es einen Anstieg von 6,9 Prozent. Auch die Zahl der gestohlenen Kraftfahrzeuge stieg um 3,1 Prozent. An den Grenzen zu Polen und Tschechien, früher ein Schwerpunkt, wurden allerdings weniger Wagen geklaut. Generell standen in Gemeinden mit mehr als 100 000 Einwohnern Autobesitzer häufiger vor leeren Parklücken. Immer öfter wurden auch Sattelschlepper gestohlen.

Die Gewalttaten nahmen um 7,7 Prozent zu, vor allem Körperverletzungen und Raub. Schwerpunkte bildeten hier die drei Großstädte Leipzig, Dresden und Chemnitz. Unter den von der Polizei im vergangenen Jahr insgesamt ermittelten 104 713 Tatverdächtigen besaßen 18,3 Prozent nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, was einer Zunahme um 3,1 Prozentpunkte entsprach. Die allgemeine Kriminalität im Grenzgebiet nahm um knapp 1500 Fälle auf insgesamt 22 000 Delikte zu.

Ulbig verwies darauf, dass trotz steigender Fallzahlen mehr als die Hälfte der Straftaten aufgeklärt wurden. „Meine Anerkennung für die Polizei, die bei gestiegener Kriminalitätsbelastung die Aufklärungsquote stabil gehalten hat", sagte er. Die Opposition sieht dagegen durch die steigenden Deliktzahlen ihre Forderung nach Einstellung von mehr Polizisten bestätigt.

lvz

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