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DGB-Chef Hanjo Lucassen verabschiedet - Vize-Chefin Iris Kloppich nun an der Spitze

DGB-Chef Hanjo Lucassen verabschiedet - Vize-Chefin Iris Kloppich nun an der Spitze

Erster Führungswechsel nach fast 20 Jahren: Der Deutsche Gewerkschaftbund Sachsen hat am Samstag seine bisherige Vize-Chefin Iris Kloppich zur neuen Vorsitzenden gewählt.

Chemnitz. Zu ihrem Stellvertreter bestimmten die knapp 100 Delegierten in Chemnitz den Arbeitsmarktexperten und DGB-Sprecher Markus Schlimbach. Beide waren ohne Gegenkandidaten angetreten. Zuvor war der langjährige sächsische DGB-Chef Hanjo Lucassen aus dem Amt verabschiedet worden. Der 65- Jährige stand seit 1990 an der Spitze des Gewerkschaftsbundes im Freistaat.

Kloppich ist schon seit DDR-Zeiten hauptamtliche Gewerkschaftsfunktionärin. In den vergangenen 16 Jahren war sie Vize an der Seite von Lucassen. In geheimer Abstimmung erhielt die 57- Jährige 84,4 Prozent der Stimmen. 81 Delegierte stimmten für die Parteilose, 15 gegen sie. Ihr neuer Vize Schlimbach erhielt 80,9 Prozent - 76 Gewerkschafter votierten für ihn, 18 stimmten mit Nein.

Der aus Chemnitz stammende 44-Jährige gehört zu den engsten Vertrauten von Lucassen, beide gehören der SPD an. Ursprünglich war Schlimbach von Teilen der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften als Lucassen-Nachfolger favorisiert worden. Diese Debatte aus dem Jahr 2009 spielte auf der Bezirkskonferenz jedoch keine Rolle mehr.

Im Rückblick erklärte Lucassen, ohne die Gewerkschaften „hätte der soziale Friede nicht gehalten“. Zugleich warnte er die Politik vor Angriffen auf die Mitbestimmung in Betrieben und Verwaltungen. Diese sei gerade in Krisenzeiten „wichtiger denn je“. Lucassen war nach dem bayerischen DGB-Chef Fritz Schösser der dienstälteste DGB-Landeschef.

Zu Gast auf der Bezirkskonferenz waren auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sowie die Landtagsfraktionschefs André Hahn (Linke) und Martin Dulig (SPD). Tillich dankte Lucassen für die faire Zusammenarbeit. Zugleich verteidigte er mit Blick auf die sinkenden Einnahmen des Freistaats die Pläne für den Abbau von 18 000 Stellen bis 2020 in der Landesverwaltung. Das Land werde diese „Anpassungen weitestgehend schaffen ohne betriebsbedingte Kündigungen“.

Wie Lucassen trat auch DGB-Bundeschef Michael Sommer offensiv für die Einführung eines Mindestlohns ein. Ohne Zahlen zu nennen, sagte Sommer, dass die Gewerkschaften aus seiner Sicht die bisherigen Forderungen „nach oben angleichen“ sollten. Zugleich sprach er sich für eine neue Debatte um Arbeitszeitverkürzung aus.

dpa

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