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Da hilft nur Aussitzen: Norovirus in Sachsen auf dem Vormarsch

Deutlicher Anstieg Da hilft nur Aussitzen: Norovirus in Sachsen auf dem Vormarsch

Bis Ende des Jahres 2016 wurden ein Drittel mehr Erkrankte als in der vergangenen Saison gemeldet. Außerdem macht eine neue Variante des Virus' Probleme.

Nur mit ausreichend Hygiene kann man eine Ansteckung mit dem Virus vermeiden. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig. In Sachsen und Thüringen steigt die Zahl der Norovirus-Erkrankungen deutlich. Bis Ende 2016 wurden laut Sozialministerium in Dresden 2929 Ausbrüche gemeldet, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Thüringen meldet sogar 4784 bestätigte Fälle. Noroviren sind hoch ansteckend. Sie verursachen Erbrechen, starken Durchfall und führen zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust. Kleine Kinder, chronisch Kranke und Senioren sind besonders stark betroffen.

Trotz des deutlichen Anstiegs gegenüber 2015 liegt die Zahl der Erkrankungen nicht über dem Mittelwert (3030) der letzten fünf Jahre, sagt Annett Hofmann vom sächsischen Sozialministerium. Allerdings dürfte es weit mehr Infektionen geben. Denn im Freistaat werden nicht alle Fälle erfasst, da nicht jeder Arzt eine Laboruntersuchung veranlasst.

Anders als in Sachsen werden in Thüringen auch Fälle den Behörden mitgeteilt, bei denen der Verdacht auf eine Norovirus-Infektion besteht, aber keine Proben ins Labor geschickt wurden. Zu den genannten 4784 bestätigten Fällen kommen also weitere 5700 hinzu. Und selbst diese Zahl spiegelt laut Gesundheitsministerium in Erfurt nicht das tatsächliche Ausmaß wider. Sprecher Matthias Hinze: „Da die Krankheitsdauer in der Regel nur ein bis zwei Tage beträgt, gehen viele Betroffene nicht zum Arzt.“

Regional gibt es Unterschiede: So spricht das Gesundheitsamt in Leipzig von aktuell 340 Fällen, 40 weniger als ein Jahr zuvor. Dresden verzeichnet einen Anstieg auf 352 Fälle (Vorjahr: 261).

Grund für die aktuelle Häufung könnte ein neuer Virustyp sein. Auch in der Vergangenheit war eine solche Entwicklung häufig auf einen neuen Genotyp zurückzuführen, so Hofmann. Tatsächlich hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin einen neuen Typ aus Stuhlproben Erkrankter isoliert. „Für eine abschließende Beurteilung und eine Prognose des Verlaufs der Norovirus-Saison ist die Datenlage jedoch noch nicht ausreichend“, so die Ministeriumssprecherin.

Das Virus ist extrem ansteckend. Vor allem wird es durch verunreinigte Hände von Mensch zu Mensch übertragen. Es kann sich auch über kontaminierte Waschbecken, Türklinken oder Computertastaturen ausbreiten. Durch sorgfältiges Händewaschen lassen sich Ansteckungen verhindern.

Besonders schnell breiten sich die Viren dort aus, wo Menschen in größerer Gemeinschaft leben. Insbesondere in Kindertagesstätten, Altenheimen, Schulen und Krankenhäusern. Aber auch auf Schiffen. Betroffen davon waren im vergangenen Jahr Passagiere auf einem AIDA-Dampfer während einer Ostsee-Kreuzfahrt. Gäste eines niederländischen Hotelschiffs wurden bei einer Fahrt auf dem Rhein sogar unter Quarantäne gestellt – über 30 Passagiere hatten sich angesteckt. 2015 erkrankten an Bord eines Kreuzfahrtschiffs vor der Küste Kaliforniens sogar rund 170 Menschen an dem Norovirus.

Wer sich infiziert hat, sollte zu Hause bleiben, sehr viel trinken und den Kontakt zu anderen Personen vermeiden. Da dem Körper Wasser und Elektrolyte entzogen werden, sollte man viel trinken – am besten verdünnte Säfte, Brühe oder Tee. Ansonsten hilft nur abwarten.

Andreas Dunte

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