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Mitteldeutschland Das war 2016: Connewitz-Krawalle, Masur-Abschied und Erfolg in der Aids-Forschung
Region Mitteldeutschland Das war 2016: Connewitz-Krawalle, Masur-Abschied und Erfolg in der Aids-Forschung
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22:29 27.12.2016
Schlaglichter auf das Jahr 2016: Molekularbiologe Frank Buchholz gibt HIV-Infizierten Hoffnung. Mutmaßliche Täter nach dem Überfall auf Connewitz. Abschied von Maestro Kurt Masur. Quelle: Debski / LVZ / dpa
Leipzig

Der Fall des Terrorverdächtigen al-Bakr, die wüsten Politiker-Beschimpfungen am Tag der Deutschen Einheit in Dresden, der Löwen-Ausbruch im Leipziger Zoo – Sachsen blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2016 zurück. LVZ.de dokumentiert in einem vierteiligen Jahresrückblick dramatische und heiß diskutierte Ereignisse. Heute Teil 1: Januar bis März.

JANUAR

5. Januar: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt über das Verbot des Motorradclubs Gremium MC Sachsen. Das Bundesinnenministerium hatte den Club 2013 aufgelöst, nachdem zuvor die Gewalt zwischen verfeindeten Rockern eskaliert war. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt die Vereinsverbote.

5. Januar: Begleitet von Protesten und Blockade-Versuchen ziehen die ersten 40 Asylbewerber in die Erstaufnahmeeinrichtung im Chemnitzer Stadtteil Einsiedel. Die Proteste vor dem ehemaligen Pionierlager gehen auch in den folgenden Tagen weiter.

6. Januar: Die Gewerkschaft Verdi setzt ihre Streiks beim US-Versandhändler Amazon in Leipzig auch im neuen Jahr fort. Weitere Streiks werden im Laufe des Jahres folgen. Amazon lehnt jedoch weiterhin die von Verdi geforderten Tarifverhandlungen strikt ab.

11. Januar: Im linksalternativ geprägten Stadtteil Leipzig-Connewitz randalieren rund 250 Hooligans und Rechtsextreme.

Die Täter werfen die Fensterscheiben zahlreicher Geschäfte ein. Zeitgleich hatten in der Innenstadt Gegner und Anhänger des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida/Pegida demonstriert.

Ausschreitungen in Connewitz

14. Januar: Mit einem bewegenden Trauergottesdienst in der Leipziger Thomaskirche nehmen Familie, Freunde und Wegbegleiter Abschied von Kurt Masur. Der Maestro war am 19. Dezember 2015 im Alter von 88 Jahren in den USA gestorben. Er wird auf dem Südfriedhof beerdigt.

Feierlicher Abschied von Kurt Masur: Am Donnerstag kamen rund 450 geladene Gäste und viele Bürger zum Gottesdienst in die Thomaskirche. Leipzigs berühmter Dirigent und ehemaliger Gewandhauskapellmeister wird am 14. Januar in Leipzig beigesetzt.

In Leipzig-Wahren sorgt am selben Tag ein Blindgängerfund für Chaos. Am Nachmittag wird die 500-Kilogramm-Bombe gesprengt.

Fotos von der Bombensprengung am 14. Januar 2016 in Leipzig-Wahren. Zuvor mussten mehrere hundert Menschen ihre Häuser rund um den Fundort der 500-Kilo-Bombe am Wahrener Bahnhof verlassen.

16. Januar: Im Cospudener See bei Leipzig wird die Leiche eines Mannes gefunden. Es handelt sich um den seit dem 3. Dezember 2015 gesuchten Mörder eines Pferdehof-Besitzers aus Leipzig. Der 50-jährige Österreicher erschoss sich.

20. Januar: Der 1. FC Lok Leipzig feiert 50. Geburtstag.

Leipzigs größter Fußballverein wird heute 50 Jahre alt. Happy Birthday zum halben Jahrhundert, 1. FC Lokomotive...

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Dienstag, 19. Januar 2016

31. Januar: Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry löst mit einer Äußerung zum Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge an der Grenze einen Sturm der Entrüstung aus.

FEBRUAR

7. Februar: Deutlich weniger Anhänger von Pegida und anderen islamfeindlichen Bündnissen als erwartet demonstrieren in Dresden und weiteren europäischen Städten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. In Dresden nehmen am „Aktionstag“ rund 8000 Menschen teil.

18. Februar: Ein fremdenfeindlicher Mob von bis zu 100 Menschen blockiert in Clausnitz die Ankunft eines Busses mit Flüchtlingen. Danach sorgt ein Handy-Video für Aufregung, in dem zu sehen ist, wie ein Polizist einen Flüchtlingsjungen grob aus dem Bus zerrt. Die Polizei richtet eine elfköpfige Ermittlungsgruppe ein, die die Vorfälle aufklären soll.

Nach den Vorfällen vom Donnerstag fand am Samstagabend eine Solidaritätskundgebung in Clausnitz statt. Die etwa 100 Teilnehmer demonstrierten friedlich gegen Fremdenhass und für eine bessere Unterbringung von Asylbewerbern. (Bilder: dpa)

20. Februar: Mit unverhohlener Freude verfolgen Schaulustige ein Feuer in einer künftigen Flüchtlingsunterkunft in Bautzen. Einige behindern sogar die Löscharbeiten. Verletzt wird bei dem Brand niemand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

22. Februar: Die Leipziger Messe gibt bekannt, dass die Automobilmesse AMI 2016 ausfällt. Zuvor hatte es reihenweise Absagen zahlreicher großer Autohersteller gegeben.

22. Februar: Durchbruch in der HIV-Forschung: Der Dresdner Molekularbiologe Frank Buchholz hat eine Gen-Schere entwickelt, die das tödliche Virus eliminiert. Zum ersten Mal wird das Verfahren bei menschlichen Zellen erfolgreich eingesetzt.

23. Februar: Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) kündigt an, die Landesregierung werde Anfeindungen gegen Flüchtlinge nicht länger hinnehmen. Er spricht von „schädlichen und verbrecherischen Umtrieben“. Denen gelte es, Einhalt zu gebieten.

25. Februar: Der Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation will mehr als 900 Arbeitsplätze in seinen Werken in Bautzen und Görlitz streichen. In Görlitz sollen 700 Arbeitsplätze wegfallen, in Bautzen 230. Die IG Metall kündigt Widerstand gegen die Pläne an.

Bombardier-Mitarbeiter demonstrieren in Bautzen am 17. März 2016 gegen den geplanten Stellenabbau. Quelle: dpa

MÄRZ

2. März: Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) kritisiert in einem Interview mögliche Sympathien für Pegida innerhalb der sächsischen Polizei. Bei den Sicherheitsbehörden gebe es „großen Nachholbedarf bei der interkulturellen Kompetenz – und bei der Führungskultur“. Dulig erntet einen Proteststurm.

4. März: Mit einem emotionalen Festakt feiert der Dresdner Kreuzchor in der Semperoper sein 800-jähriges Bestehen. Bundestagspräsident Norbert Lammert hält die Festansprache.

Mit einem Festakt in der Semperoper feierte der Kreuzchor Dresden sein 800-jähriges Bestehen. Quelle: epd

9. März: Die Folgen der Ukraine-Krise und das wegen Pegida angekratzte Image Dresdens trüben die Erfolgsbilanz 2015 der Staatlichen Kunstsammlungen der Stadt (SKD). Die Besucherzahl ging um sechs Prozent auf 2,31 Millionen zurück.

15. März: Wegen des Mordes in einem Fahrstuhlschacht in Leipzig wird ein 30-jähriger Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte 2013 einen Bekannten in den Schacht in einem Plattenbau gestürzt. An einem weiteren Bekannten beging er zudem einen Mordversuch.

17. März: Der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik geht an Guntram Vesper für sein Werk „Frohburg“. Die Buchmesse verzeichnet einen Besucherrekord. An vier Tagen kommen 260.000 Besucher (Vorjahr: 251.000) zur Messe und zum begleitenden Lesefestival „Leipzig liest“. Jedes Jahr ein Highlight: Das Cosplayer-Treffen, bei dem hunderte Fans in das Outfit berühmter Manga- und Anime-Helden schlüpfen.

27. März: Bei einem Brand in einer Görlitzer Seniorenresidenz kommen zwei Menschen ums Leben. Das Feuer bricht in der Wohnung eines 87-Jährigen aus, eine 74-jährige Frau stirbt später im Krankenhaus.

Am Mittwoch lesen Sie den 2. Teil des Jahresrückblicks 2016 - APRIL bis JUNI: Erschütternder Leichenfund, RB Leipzig steigt auf, Trauer um Hendrikje Fitz.

lyn / jg / dpa

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